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Eishockey: DEL

Rob Daum haucht den Roosters wieder neues Leben ein

Dortmund Nach dem Trainerwechsel setzen die Iserlohn Roosters in der Deutschen Eishockey Liga zum Höhenflug an. Und für die Fans des Klubs gibt es neben dem sportlichen Erfolg noch einen weiteren Grund zur Freude.

Rob Daum haucht den Roosters wieder neues Leben ein

Wieder auf Kurs: Rob Daum haucht den Iserlohn Roosters neues Leben ein. Foto: imago

Das Spiel gegen den ERC Ingolstadt war längst zu Ende, nach Hause gehen wollte trotzdem niemand. Bis weit nach Spielschluss feierten die Fans ihre Mannschaft nach dem 4:1 am Sonntag im letzten Spiel vor der Länderspielpause. Glückliche Gesichter auf den Rängen in der Halle am Seilersee und auf dem Eis - im Sauerland herrscht eine Stimmung, die so nach dem katastrophalen Saisonbeginn nicht zu erwarten war. Nach schwachem Start drohte den Roosters eine trostlose Saison ohne Playoffs.

Fünf Siege aus sieben Spielen

Bis Rob Daum seine Arbeit aufnah und seinem Team wieder Leben einhauchte. Seit der Amtsübernahme hat der neue Trainer die Sauerländer vom vorletzten bis auf den achten Platz geführt. Fünf Siege aus sieben Spielen, davon zuletzt vier in Serie, so die eindrucksvolle Bilanz des 59-jährigen Kanadiers. Der neue Impuls, den sich die Verantwortlichen mit der Trennung von Ex-Coach Jari Pasanen erhofft hatten, er scheint bei den Spielern angekommen zu sein. Daum sprach nach dem Spiel gegen den ERC von der „besten Leistung“ seit er in Iserlohn Trainer ist.

Vor dem Ingolstadt-Spiel überraschten die Sauerländer bereits mit zwei Auswärts-Coups: Sowohl vom amtierenden Meister aus München (2:1) als auch aus der Hauptstadt beim 3:2 gegen die Eisbären entführte das Team um Kapitän Jason Jaspers jeweils drei Punkte. Ein Beleg dafür, dass der IEC in guter Form in der Lage ist, jeden Gegner zu schlagen. Und auch der kleine Heimkomplex zu Saisonbeginn ist überwunden. Zuletzt blieben gegen Augsbuburg und Ingolstadt zweimal in Folge drei Zähler in Iserlohn.

Mende als Mahner

„Wir machen viele Kleinigkeiten besser als am Anfang der Saison“, erklärt Manager Karsten Mende im Gespräch mit dieser Zeitung. Sein Eindruck vom Neuen an der Bande ist ausschließlich positiv. „Daum ist ein Kommunikator, redet viel mit den Spielern und lebt Eishockey. Bei den Jungs genießt er höchsten Respekt“. Das, bestätigt Mende zumindest indirekt, war im Verhältnis zwischen Spielern und Ex-Coach Pasanen nur noch bedingt der Fall. Bei aller Freude über den aktuellen Erfolg, gibt sich Mende aber auch als Mahner: „Es gibt keinen Grund, dass wir uns auf die Schulter klopfen“, sagt der DEL-Manager des Jahres 2015.

Der am Freitag beginnende Deutschland-Cup bietet nun einmal Zeit zum Durchschnaufen. Angesichts intensiver Wochen mit zehn Spielen in einem Monat kommt die Unterbrechung des Ligabetriebs laut Trainer trotz des Positiv-Laufs zum richtigen Zeitpunkt. „Die Pause tut gut, damit sich die Spieler körperlich und auch mental erholen können“, erklärt Daum.

Caporusso kehrt zurück

Für Begeisterung auf den Rängen sorgt nicht nur die sportliche Situation. Auch die Rückkehr von Angreifer Louie Caporusso freut viele Anhänger. Nach 31 Toren in zwei Spielzeiten wechselte der kanadische Angreifer vor der Saison nach Schweden. Bei Brynäs IF wurde er aber nicht glücklich. Nach wenigen Spielen löste er seinen Vertrag auf. „Ich habe das Team und die Fans vermisst und realisiert, dass Iserlohn für mich einer der besten Orte ist, um Eishockey zu spielen“, so Caporusso. „Ich glaube, wir haben mit der Rückkehr von Louie nicht nur sportliche, sondern vor allem auch menschliche Qualität hinzugewonnen“, sagt Rob Daum.

Baustein der jüngsten Erfolge ist zudem, dass sich die Defensive stabilisiert hat. Gab es unter Pasanen 3,9 Gegentore pro Spiel, ist der Schnitt in der noch jungen Daum-Ära auf 1,7 gesunken. Bei nur noch drei Zählern Rückstand und einem Spiel weniger als Konkurrent Bremerhaven auf Rang sechs ist sogar das direkte Erreichen der Playoffs in Reichweite. Ziel, erklärt Manager Karsten Mende auf Anfrage, bleibe das Erreichen der Pre-Playoffs. Wie schnell sich das Blatt wenden kann, wissen die Verantwortlichen am Seilersee nur zu gut.

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