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«Rock The Ballet» begeistert bei Deutschlandpremiere

Hamburg (dpa) Vor einem Himmel voller Sterne, fantastisch aussehenden Flugobjekten und schließlich einer poppig rot gestalteten Erde formieren sich vier gut gebaute junge Männer - und legen los.

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«Rock the Ballet» begeisterte am Freitag im St.Pauli Theater in Hamburg.

Akrobatische Tanzeinlagen bei «Rock the Ballet».

«Rock the Ballet» bot auch Romantik.

Tänzer von «Rock the Ballet» schwingen Gummipuppen durch die Lüfte.

In «Rock the Ballet» werden Gummipuppen zu anmutigen Tanzpartnerinnen.

«Rock the Ballet» bringt Broadway und Hollywood nach Deutschland.

Kraftvoll, geschmeidig und raumgreifend schreiten sie aus, zeigen kühne Sprünge und rasante Drehungen zu gefühlvoller Musik von Astor Piazolla. So wirbeln sie förmlich hinein in die folgende, mit den Körpern von sieben Tänzern und einer Tänzerin erzählten Geschichte über Liebe, Leid und modernes Großstadtleben. Bei der Deutschlandpremiere ihres Programms «Rock The Ballet» begeisterte die amerikanische Rasta Thomas Dance Company im ausverkauften Hamburger St. Pauli-Theater das Publikum: Während des zweistündigen Abends feierte es die Compagnie mit jeder Menge Jubel.

Die 2007 gegründeten «Bad Boys Of Dance» unter Leitung des 27-jährigen Rasta Thomas und seiner Ehefrau Adrienne Canterna bringen eine kräftige Brise von Broadway und Hollywood nach Deutschland: Effektvoll kombinieren sie Elemente des klassischen Ballett mit Rock, Jazz, Akrobatik, Modern Dance und HipHop. Spürbar alles geben sie in den beiden Szenenfolgen, in denen es immer wieder zu neuen Formierungen vom Solo über Pas de deux bis zu Gruppennummern kommt. Großartige Technik und unbändige Leidenschaft bilden hier einen ausgesprochen sexy, überwiegend dynamischen Mix.

Die kreative Vielfalt spiegelt sich auch in der Musik aus dem Lautsprecher: Bill Withers «Ain't No Sunshine» und Jacques Brels Chanson «Ne me quitte pas», Benny Goodmans «Sing Sing Sing» und «La Habanera» in der Interpretation von Maria Callas erklingen ebenso wie Aktuelleres von Michael Jackson, Queen und Prince. An Pop-Art erinnernde, hippe MTV-Ästhetik zeichnet dabei das computeranimierte Bühnenbild (William Cusick/Jon Weiss) aus - ständig wechselnde knallbunte Stadtansichten sowie einfache apfelgrüne, senfgelbe oder kreischend rosa Farbflächen, Kreise und Zacken.

Alle sieben Tänzer sind traditionell ausgebildet, haben in führenden Compagnien oder auch am Broadway und in Hollywood gearbeitet. Chef Rasta Thomas - bürgerlich heißt er Rasta Kuzma Ramacandra - gilt als Ausnahmetalent: Der Kalifornier, der in Riad/Saudi-Arabien aufwuchs, erhielt seine Schulung an der renommierten Kirov Academy Of Ballet in Washington, D.C., gewann mit 13 Jahren einen wichtigen Ballettpreis in Paris und später viele einschlägige Goldmedaillen der Branche. Nach internationalen Auftritten in Klassikern wie «Schwanensee» und «Giselle», etwa beim «American Ballet Theater» in New York, wirkte er erstmals 2005 in einem Musical mit. Mit seiner jungen Truppe möchte Rasta Thomas neue Kreise für den Tanz zu begeistern: «Ballett könnte ähnlich vielen Menschen Spaß machen wie ein Popkonzert», sagte der Künstler in einem Interview.

Zu Beginn - sozusagen nach Anflug auf die Erde - schildert die Vorstellung in Episoden eine Liebesaffäre um die blonde, langhaarige Adrienne Canterna. Die Story beginnt romantisch im New Yorker Central Park und endet melancholisch in einem Rotlichtbezirk in Paris. Dort agieren die verlassenen männlichen Tänzer zu den «Carmen»-Klängen mit nackten Gummipuppen - werfen diese in die Luft und wälzen sich mit ihnen auf dem Boden, während per Video Damen des horizontalen Gewerbes zuschauen. In den eher prüden Vereinigten Staaten mögen die «Bad Boys» damit vielleicht einen Skandal hervorrufen, hierzulande wirkt die Szene jedoch originell und sinnvoll.

Viel eher könnte man am ersten Teil des Abends einen übertriebenen Sinn für Wirkung und Dekoration bemängeln: So überlagern die Aufmerksamkeit heischenden Videobilder zum Teil die Leistungen der Darsteller, die solch opulente Bühnenoptik ohnehin nicht nötig hätten. Auch bleibt die Geschichte eigentlich sogar ein wenig hausbacken. Zu viel größerer Form laufen die Tänzer dagegen im zweiten, von Canterna choreografierten Teil auf: Vor relativ schlichtem Hintergrund und zu rockiger Musik zeigen sie hier die Freiheit, Gelöstheit und Lebensfreude.

www.st-pauli-theater.de

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