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Roger Hodgson spielte in intimer Atmosphäre beim Zeltfestival

WITTEN/BOCHUM Es war auch ein Streit um die musikalische Richtung, der die Band Supertramp Anfang der 80er entzweite. Roger Hodgson stand für hitparadenkompatiblen Pop-Sound. Mit einem tollen Konzert beim Zeltfestival bewies er, dass er diesen immer noch beherrscht.

von Von Max Florian Kühlem

, 25.08.2008
Roger Hodgson spielte in intimer Atmosphäre beim Zeltfestival

Roger Hodgson spielte am Sonntagabend auf dem Zeltfestival Ruhr.

Trotz der gigantischen Dimensionen des Konzertzelts am Kemnade See entstand bei Hodgsons Auftritt eine fast intime Atmosphäre: Begleitet nur von Aaron McDonald, der Saxophon-Solos und Backgroundgesang beisteuerte, spielte sich der Musiker durch Hits aus Supertrampzeiten und aus seinen seltenen Soloalben.

Auf einen opulenten Sound musste man dabei trotzdem nicht verzichten: Vor allem am Keyboard erwies sich Hodgson als wahrer Breitwand-Klangkünstler und an der zwölfsaitigen Gitarre oder dem eigens aufgestellten Flügel gelangen ihm schöne, auf das Wesentliche reduzierte Versionen seiner Songs. Schon mit dem Opener „Take The Long Way Home“ entfachte der Engländer wahre Begeisterungsstürme. Und es sind Hodgsons Geschichten von den großen Fragen und Lebensträumen Heranwachsender, die das Publikum so liebt: Bei „The Logical Song“ oder „Dreamer“ hielt es im Zelt niemanden mehr auf den Stühlen.

Ins Stocken geraten war Hodgsons Karriere, als die letzten Soloalben „Rites of Passage“ (1997) oder „Open The Door“ (2000) nicht die gewünschten Erfolge erzielten. Am Kemnader See zeigte sich, was ein Grund sein könnte: Getragene Stücke wie „Along Came Mary“ fließen zwar angenehm ins Ohr, wie immer ist hier Hodgsons glockenklare, helle, hohe Stimme präsent. Doch die Solosongs haben nicht die Qualitäten, nicht die Durchschlagskraft, keine zwingenden Ohrwurm-Refrains wie die Hits der Supertramp-Ära. Nichtsdestotrotz wurde Hodgson gefeiert wie ein Star. Unvergessen etwa wird bleiben, wie der komplette Saal das gepfiffene Intro von „Easy Does It“ auf den Lippen hatte. Und niemals sterben wird unter Fans wohl die Hoffnung auf eine Reunion von Supertramp, damit auch Übersongs wie „Crime Of The Century“ bei keinem Set mehr fehlen.