Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Rollenspieler empfinden weniger Schmerz

Studie der Uni Witten/Herdecke

Besonders jüngere Menschen vebringen immer mehr Zeit in virtuellen Welten. Jetzt hat die Universität Witten/Herdecke eine interessante Studie über Rollenspiele veröffentlicht: Die Nutzer von virtuellen Rollenspielen empfinden weniger Schmerzen.

WITTEN/HERDECKE

von Von Christian Stein

, 30.10.2013
Rollenspieler empfinden weniger Schmerz

Online-Rollenspiel haben einen hohen Suchtfaktor.

Durch das lange und häufige Zocken verändert sich bei den Spielern die Wahrnehmung der realen Welt.

In virtuellen Rollenspielen – zum Beispiel „Drakensang“ oder „World of Warcraft“ – agieren die Nutzer aus der Perspektive eines erfundenen Charakters, eines sogenannten Avatars. Bisherige Studien zu diesem Thema griffen die Frage auf, inwiefern sich aggressives Verhalten im virtuellen Raum auf die reale Welt überträgt. Die neue Studie der Universität Witten/Herdecke geht einen Schritt weiter: Das Forscherteam um Professor Ulrich Weger, Leiter des Departments für Psychologie und Psychotherapie, wollte ermitteln, ob unabhängig von einem gewalttätigen Spiel das reine Hineinversetzen in einen Avatar dazu führt, dass die Spieler ein roboterhaftes Verhalten einstudieren und in die wirkliche Welt übernehmen.

Das überraschende Ergebnis: Die Empfindlichkeit gegenüber Eindrücken in der realen Welt – am Beispiel von Schmerzempfinden – sinkt bei den Spielern. Demnach war die Unempfindlichkeit gegenüber eigenen Schmerzen bei virtuellen Rollenspielern um durchschnittlich 18 Prozent erhöht. „In unserer Studie hat sich gezeigt, dass Versuchspersonen, die sich während eines sogenannten immersiven Rollenspiels in die Perspektive eines Avatars hineinversetzen, roboterhafte Eigenschaften teilweise auch in die wirkliche Welt übernehmen und dadurch auch unempfindlicher gegenüber eigenen Schmerzen und den Schmerzen anderer werden“, erklärt Ulrich Weger. Roboterhafte Eigenschaften können mechanisches Auftreten, kühle Rationalität und emotionale Kälte sein.