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Rugby im Rolli

WULFEN Nach einem tragischen Badeunfall bekam Markus Große-Boes im Sommer 2007 die niederschmetternde Diagnose: Querschnittslähmung. Doch sich in einem stillen Kämmerlein verkriechen und Trübsal blasen ist nicht Große-Boes’ Sache.

26.08.2008

Mit viel Lebensmut und mit Hilfe von Freunden und Verwandten fand der Wulfener nach diesem Schicksalsschlag schnell ins aktive Leben zurück. Zunächst musste das gesamte Haus der Familie in Wulfen an sein Handicap angepasst werden. Automatische Türen, Aufzüge, Außenwege: Im Prinzip wurde das schmucke Eigenheim komplett umgekrempelt. „Meine Familie und meine Freunde haben mir so viel dabei geholfen, dass ich mich gar nicht genug bedanken kann“, ist Markus glücklich, dass sein Umfeld in dieser schwierigen Phase zu jeder Zeit zu ihm stand. In der Reha in Bad Wildungen wurde „Nelson“, wie er von einem Großteil seiner Kumpel genannt wird, zum ersten Mal mit Rollstuhlrugby konfrontiert. Nach einem Probetraining bei den Roadrunners Bochum war klar, dass dieser anstrengende aber auch mit viel Spaß verbundene Sport in Zukunft seinen Alltag bereichern sollte. Zwei Mal in der Woche findet das Training in Bochum statt. Da der neue Führerschein für Menschen mit Behinderung erst Anfang des kommenden Jahres in Angriff genommen wird, hält Markus’ Frau Susanne gerne als Chauffeur her. „Es gibt schlimmere Sachen, als im Rollstuhl zu sitzen“, sagt Susanne Große-Boes, die genau wie der kleine Sohn Silvester stolz auf ihren Mann ist. Am Wochenende steht für Markus Große-Boes das erste Rollstuhlrugby-Turnier seines Lebens an. In der Wulfener Gesamtschulhalle treffen sich vier Mannschaften aus Köln, Düsseldorf, den Niederlanden und Bochum. „Alles Mannschaften auf Regionalliga-Niveau“, erwartet Große-Boes ein spannendes Turnier.

Ambitionen, später vielleicht in der Bundesliga auf Punktejagd zu gehen, hat Markus nicht. „Dafür bin ich zu spät in den Stuhl gekommen. Es ist wie bei jedem anderen Sport. Je früher man anfängt, umso besser.“ Dafür werden Große-Boes am Samstag aber mit Sicherheit zahlreiche Freunde und Verwandte die Daumen drücken und lautstark anfeuern. Am lautesten wird Sohn Silvester jubeln. Denn der kann zurecht richtig stolz auf seinen Papa sein.

Rollstuhlrugby ist eine Mannschaftssportart für Athleten, die an mindestens drei Gliedmaßen eingeschränkt sind. Es wurde in den späten 1970ern in Kanada entwickelt, wird heutzutage in über 20 Ländern gespielt und ist eine paralympische Sportart. Es ist eine Mischung aus Rugby, Volleyball und Schach. Von Kanada aus verbreitete es sich weiter nach den USA und über England nach Deutschland.

Bochum Roadrunners, Düsseldorf Rhine Rookies, Cologne Crocodiles, Allstars (Niederlande)  10.00:   Bochum - Düsseldorf  11.10:   Köln - Allstars (NL)  12.50:   Allstars (NL) - Bochum  14.00:   Düsseldorf - Köln  15.40:   Köln - Bochum  16.50:   Düsseldorf - Allstars (NL)