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Ruhrverband baut Wasserkraftwerk am Kemnader See

Öko-Strom

WITTEN Der Kemnader See erhält sein eigenes Wasserkraftwerk. So hat es der Ruhrverband beschlossen. Klein, aber fein soll es werden und nur Öko-Strom erzeugen. Während der Bauarbeiten, die bereits im Frühjahr starten, müssen sich Radfahrer, Fußgänger und Skater aber auf Behinderungen einstellen.

von Von Barbara Zabka

, 13.10.2009
Ruhrverband baut Wasserkraftwerk am Kemnader See

Am Kemnader See soll ein Kraftwerk entstehen.

Steigende Energiepreise und eine wirtschaftliche Machbarkeitsstudie gaben den Ausschlag. Baubeginn ist bereits im Frühjahr 2010. Beim Ruhrverband rechnet man mit einem jährlichen Out-Put von 3,5 Millionen Kilowattstunden umweltfreundlichen Stroms. Das Wasserkraftwerk am Kemnader See wird ein kleines Kraftwerk. Klein, aber fein – mit nur einer Turbine. „Gut geeignet dafür ist die so genannte Kaplanturbine. Diese hat einen maximalen Durchsatz von 35 Kubikmetern Wasser pro Sekunde“, erklärt Hermann Knotte, Regional-Bereichsleiter Mitte.

Dadurch kann das Kraftwerk zwischen dem Stauwehr und dem Betriebsgebäude des Ruhrverbandes errichtet werden. Das hat den Vorteil, ohne kostenintensive Umbauten und Eingriffe in „wasserbauliche Anlagen„ dieses Vorhaben zu realisieren. Das neue Kraftwerk wird vom Betriebsgebäude aus zugänglich sein. Über die Höhe der Investition wollte man beim Ruhrverband noch keine Auskunft geben. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich 18 Monate dauern.

Im Bereich des Wehres kann es in dieser Zeit zu einigen Behinderungen für Fußgänger, Radfahrer und Inliner kommen. Gemeinsam mit der Freizeit Kemnade GmbH arbeitet der Ruhrverband bereits an einer optimalen Detailplanung. Über das Kraftwerk am Kemnader See können sich nicht nur die Menschen, sondern auch die Fische freuen – ganz nebenbei fällt eine neue Fischaufstiegsanlage für sie ab.

Rein theoretisch kann die Kaplanturbine das ganze Jahr über Strom produzieren. „Bei Niedrigwasser lassen wir sowieso Wasser aus den Talsperren laufen, um einen Mindestpegel zu halten“, erklärt Hermann Knotte. „Bei extremem Hochwasser gibt es wenig Gefälle zwischen dem Wasserspiegel des Sees und der Ruhr. Dann schaltet sich die Turbine ab.“

Vermarkter des heimischen Ruhrstroms ist die Liester&Lenne-Kraftwerke GmbH – eine Tochter des Ruhrverbands. Der Kemnader See erhält als letzter der fünf Ruhrstauseen ein Kraftwerk. Es arbeitet so leise, dass Spaziergänger es später nicht bemerken werden.