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Ruhrverband nimmt neues Wasserkraftwerk in Betrieb

Kemnader Wehr

Energie für 1200 Haushalte, und das ohne CO²-Ausstoß: Das neue Wasserkraftwerk des Ruhrverbands, das am Donnerstag mit einem beherzten Druck auf den Roten Knopf in Gang gesetzt wurde, ist ein maßgeblicher Beitrag zur Energiewende.

WITTEN/BOCHUM

von Von Irene Steiner

, 13.10.2011

Und eigentlich auch nur dadurch möglich geworden. Denn als der Kemnader Stausee angelegt wurde, war die Nutzung der Wasserkraft an dieser Stelle für die Energiewirtschaft uninteressant. „Fallhöhe und Fließgeschwindigkeit des Wassers waren zu gering, um wirtschaftlich Strom zu fördern“, erinnerte Prof. Harro Bode, der Vorstandsvorsitzende des Ruhrverbands gestern bei der Inbetriebnahme des Kraftwerks. Erst das EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) veränderte die Rahmenbedingungen so, dass der Bau des Kraftwerks wirtschaftlich erschien.

Realisiert wurde es in 20 Monaten Bauzeit. „Eine relativ schnelle Bauzeit angesichts zweier durch Hochwasser verursachten Überflutungen der Baugrube.“ Und das waren nicht die einzigen Hürden, die zu nehmen waren: „Insgesamt hat der Ruhrverband über sein Tochterunternehmen Lister- und Lennekraftwerke am Kemnader Stausee 5,5 Mio. Euro in das Wasserkraftwerk investiert. Davon wurden 750 000 Euro für einen möglichst umfassenden Schutz der Wasserlebewesen ausgegeben“, so Prof. Harro Bode. Eine Investition, die in mehrfacher Hinsicht die Zustimmung der Stadtspitzen der anliegenden Gemeinden fand.

„Dieser Anlage kommt angesichts der Atomkatastrophe in Fukushima eine besondere Bedeutung zu“, setzte Bochums Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz einen nachdenklichen Akzent. Wittens Bürgermeisterin Sonja Leidemann nutzte die Gelegenheit, um auch auf die beeindruckende Entwicklung des Kemnader Sees seit den Anfängen hinzuweisen: „Heute besuchen 1,9 Mio. Besucher im Jahr den See.“ Wanderfische, wie zum Beispiel die Aale, profitieren besonders von den Schutzmaßnahmen an dem neuen Wasserkraftwerk. Ein Feinrechen verhindert, dass Fische mit einer Länge unter zehn Zentimetern durch die Turbine schwimmen, ein neues Bypassrohr öffnet einen weiteren Weg flussabwärts. Aber auch die bestehende Fischtreppe blieb bestehen. Ein Monitoring soll zeigen, ob sich die Anlagenkombination für die Tiere bewährt.

Das neue Wasserkraftwerk bringt eine CO2-Einsparung im Vergleich zur Kohleverstromung von 2000 Tonnen im Jahr. Im Jahr werden in der neuen Anlage am Kemnader See 3,7 Millionen Kilowatt-Stunden erzeugt. Die Durchflussleistung der Turbine wurde zum Schutz der Fische auf 35 Kubikmeter/Sekunde begrenzt.