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Runderneuertes ALBA als Titelkandidat - Baldi: „Money Time“

Berlin. Seit 2008 wartet ALBA Berlin sehnsüchtig auf einen Meistertitel. In die Playoffs startet der achtmalige Champion nach einer Traum-Hauptrunde als Top-Herausforderer. Ein kalorienreiches Luxusproblem ist Beweis der neu gewonnenen Stärke.

Runderneuertes ALBA als Titelkandidat - Baldi: „Money Time“

Trainer Aito hauchte ALBA Berlin neues Leben ein. Foto: Soeren Stache

Die meisten Siege seiner Geschichte, die Trophäen für den besten Coach und Spieler - nach einer Traum-Hauptrunde startet ALBA Berlin als Top-Herausforderer der übermächtigen Teams aus Bayern in die Playoffs.

Schon in seinem ersten Bundesliga-Jahr hat Trainer-Routinier Aito Garcia Reneses den achtmaligen Champion wieder zu einem veritablen Titelkandidaten geformt. „Wenn die Saison jetzt zu Ende wäre, könnten wir wirklich zufrieden sein – aber es geht erst richtig los“, sagte ALBA-Manager Marco Baldi vor dem ersten Playoff-Viertelfinale gegen die EWE Baskets Oldenburg am Samstag. „Jeder Basketballer weiß: Jetzt kommt die Money Time.“

Beim 102:73 gegen ratiopharm Ulm zum Abschluss der regulären Saison erhielten die Berliner auch den ersten, greifbaren Beweis ihrer gelungenen Runderneuerung. Der 71 Jahre alte Spanier Aito wurde von der Liga als Trainer der Saison ausgezeichnet, US-Profi Luke Sikma als wertvollster Spieler. Beide erhielten auch die äquivalenten Preise der nur von Spielern gewählten Player Awards. „Es wird keiner durchdrehen oder abheben“, betonte Baldi. „Trotzdem ist das ein klares Zeichen, dass viele Fachleute gesehen haben, dass etwas aufgegangen ist, wovon man so nicht ausgehen konnte.“

Die vergangenen beiden Jahre war als Vorrunden-Sechster jeweils schon im Playoff-Viertelfinale Schluss. Nun kamen die Berliner mit 29 Siegen - so viele wie nie zuvor - auf Platz zwei hinter dem FC Bayern und gehen den Münchnern wie auch dem schwächelnden Serienmeister Brose Bamberg bis zu einem möglichen Finale aus dem Weg.

Großen Anteil am Erfolg besitzt Aito, der den Berlinern mit Gelassenheit eine neue Philosophie auf dem Parkett eingeflößt hat. „Er ermutigt uns, das Spiel selbst zu lesen und als Spieler selbst daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen“, erläuterte Sikma den freien Stil. „Unter Aito hast du als Spieler mehr Entscheidungsfreiheit, aber es gibt dafür Prinzipien.“

Trotz zeitweise 18 Hauptrunden-Siege in Serie bleibt allerdings offen, ob das junge ALBA-Team bereits die Abgezocktheit für die heiße Phase der K.o.-Runde und den ersten Meistertitel seit 2008 besitzt. So ist Sikma neben Kapitän Akeem Vargas mit 28 Jahren der älteste Spieler im Kader. „Wir werden gegen sehr erfahrene Teams kommen, die vielleicht nicht so aufgeregt sind, die vielleicht den Druck für sich gar nicht so spüren“, warnte Baldi. „Wir müssen uns jetzt beweisen.“

Dass die Berliner offensive Power besitzen, haben sie zur Genüge unter Beweis gestellt - weshalb es nun ein kalorienreiches Luxusproblem gibt. Wer den 100. ALBA-Punkt in einer Partie erzielt, spendiert eine Runde Donuts für das Team. So wie Youngster Jonas Mattisseck für seinen Dreier gegen Ulm. „Unser Athletiktrainer macht sich auch schon Sorgen“, scherzte Vargas anschließend. „Wir überlegen, ob wir von Donuts umshiften zu Sushi.“ Am Ende der Saison wäre allen wohl ohnehin Champagner anstelle von Süßgebäck lieber.

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