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Russische Ärzte bilden sich im Marienhospital weiter

WITTEN “Das deutsche Gesundheitssystem ist perfekt!“ Diesen Satz hört man hierzulande sicher nicht häufig - das Ehepaar Andrey und Nataly Nelasov sind in der russischen Heimat aber etwas ganz anderes gewohnt.

von Von Alexander Füten

, 12.12.2007
Russische Ärzte bilden sich im Marienhospital weiter

Die russischen Ärzte.

Das Ärzte-Ehepaar aus der Partnerstadt Kursk ist seit nunmehr sechs Wochen in Witten und arbeitet im Marienhospital.

Heinz-Jürgen Dietrich, stellvertretender Bürgermeister, steht in regem Kontakt mit der Partnerstadt und ermöglichte den Besuch der beiden.

In Witten schon in der russischen Zukunft angekommen

Ganz begeistert sind der Chirurg und die Kinderärztin von den technischen Möglichkeiten in Witten. „Die Geräte, die hier schon vorhanden sind, gibt es in Russland vielleicht in sechs Jahren. Wir leben im Moment also in der Zukunft“, lacht Andrey Nelasov.

Begeistert ist Dr. Thomas Nordmann, Leiter der Gastroenterologie im Marienhospital, von dem theoretischen Wissen seiner neuen Kollegen. „Es ist nicht so, dass wir hier Ärzte aus einem Entwicklungsland zu Gast haben. Die theoretische Ausbildung in Kursk ist sehr gut“, staunt er.

Seit sechs Wochen wohnt das Ehepaar in Witten nebenan im Kolpinghaus. Sie haben schon einiges erlebt. „Spektakulär“ war es beim Alpenverein in Witten, „Schuhplattler“ kennt man in Russland eben nicht. Auch bei einer Kaninchenausstellung und beim Ringer-Verein KSV Witten waren sie in ihrer Freizeit.

Gesammelte Erfahrungen werden in Kursk weitergegeben 

Um 8.15 Uhr beginnt ihr Arbeitstag, gegen 16 Uhr ist meist Feierabend. „Eigene Eingriffe dürfen wir aus rechtlichen Gründen hier zwar nicht vornehmen, aber beim Assistieren lernen wir sehr viel“, freuen sich die Eltern zweier Kinder über so viele neue Erfahrungen.

„Das Wissen können sie in Russland weitergeben. Eine tolle Sache“, freut sich auch Christoph Winter, Geschäftsführer des Marienhospital, der von der Idee, russiche Kollegen nach Witten einzuladen, sofort begeistert war.

„Viele Methoden und Geräte, mit denen hier gearbeitet wird, kannte ich nur aus Büchern“, so der 40-jährige Andrey Nelasov. Am 28. Dezember geht es zurück nach Kursk, „einmal deutsche Weihnachten feiern, das wollten wir noch erleben“, lachen beide.

Die Kollegen in Russland warten sicher schon gespannt, was Andrey und Nataly Nelasov zu erzählen haben. Denn so „perfekt“ wie hier ist es in Kursk nicht.