Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Doping

Russland-Trainer Ricco Groß: Wir leben mit der Situation

Hochfilzen. Nach dem IOC-Entscheid, dass russische Athleten bei den Olympischen Winterspielen 2018 auf Hymne und Fahne ihrer Nation verzichten müssen, steht auch Russlands deutscher Biathleten-Trainer Ricco Groß im Blickpunkt. Beim Weltcup in Hochfilzen hat der viermalige Olympiasieger erstmals Stellung bezogen. „Im Grunde genommen, dürfen sie starten, und das ist viel wichtiger. Jetzt leben wir mit der Situation“, sagte Groß im Interview. „Mir geht es in erster Linie um die Sportler, da werde ich alles tun, um zu helfen.“

Russland-Trainer Ricco Groß: Wir leben mit der Situation

Trainer der russischen Biathleten: Der Deutsche Ricco Groß. Foto: dpa

Wie betroffen war Ihre Mannschaft nach dem IOC-Urteil?

Wenn man Sportler einer Nation ist, egal welcher, und erfährt dann, dass man, wenn man teilnehmen darf, nur ohne Fahne teilnehmen darf, dann ist Trauer im ersten Moment das, was die Sportler zum Ausdruck bringen. Aber im Grunde genommen, dürfen sie starten, und das ist viel wichtiger. Jetzt leben wir mit der Situation.



Haben Sie mit Ihrer Mannschaft darüber gesprochen?

Mir geht es in erster Linie um die Sportler, da werde ich alles tun, um zu helfen. Wir haben im Team darüber gesprochen, wir werden weiter darüber sprechen. Das ist ja ganz klar, so eine Sache ist nicht an einem Abend ausdiskutiert. Aber einige Sachen müssen sich erst mal setzen und auch noch grundsätzlich entschieden werden. Etwa wie verhält sich das russische Olympisches Komitee?



Können Sie die IOC-Entscheidung, so wie sie gefallen ist, nachvollziehen?

Ja natürlich.




Wie überrascht waren Sie, dass Putin es dem Athleten überlassen hat, ob er an den Start gehen kann oder nicht?

Das ist ja auch ein Hauch von Demokratie, der in Russland eingezogen ist, wenn den Sportlern das freigestellt wird, ob sie starten oder nicht.

LAUSANNE Kein Kollektiv-Bann, aber Russland muss bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang auf Hymne und Fahne verzichten. Nur unter neutraler Flagge dürfen die russischen Athleten teilnehmen. So lautet die Strafe für die Betrügereien von Sotschi.mehr...




Haben Sie Sorge, dass ihre Sportler nicht starten dürfen, weil die vom IOC vorgegebenen Testkriterien nicht erfüllt wurden?

Schon in den letzten Jahren habe ich immer wieder betont: Unsere Trainingskurse fanden in Mitteleuropa statt, sämtliche Möglichkeiten der Kontrolle waren gegeben. Mehr kann ich als Trainer nicht tun.




Mit Alexander Loginow gehört ein Athlet zu Ihrem Weltcup-Team, der eine Dopingsperre abgesessen hat.

Wenn ich die Regeln, die aufgestellt wurden, richtig gelesen habe und interpretiere, dann darf er bei Olympia nicht starten.




Ist es dann für Sie als Trainer einfacher, wenn ein positiv getesteter Skijäger im Olympia-Aufgebot nicht dabei ist?

Es geht nicht nur um Skijäger, man sollte diese Regel für alle positiv getesteten Athleten - im Sommer wie im Winter - weltweit anwenden.




Wie genervt sind Sie, sich immer wieder mit diesem Thema auseinandersetzen zu müssen?

Es ist halt so. Aber es ist ein Thema, das jetzt nicht nur die russische Mannschaft betrifft. Das habe ich letztes Jahr schon gesagt, das habe ich vorletztes Jahr gesagt - das Thema Leistungssteigerung ist nicht nur in Russland ein Thema, das ist ein Problem weltweit.

Zur Person: Ricco Groß ist seit 2015 Trainer der russischen Biathlon-Männer. Der viermalige Olympiasieger und neunmalige Weltmeister ist damit einer der erfolgreichsten deutschen Wintersportler.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Wintersport: Biathlon

Dahlmeier holt als Sprint-Zweite erstes Podest - Herrmann wird Fünfte

Le Grand-Bornand. Laura Dahlmeier ist wieder da, wo sie am liebsten ist: auf dem Podium. Zwar noch nicht ganz oben, aber beim letzten Biathlon-Weltcup des Jahres in Le Grand-Bornand lieferte die 24-Jährige erstmals im Olympia-Winter als Sprint-Zweite ein Top-Ergebnis ab.Die Olympia-Norm schaffte sie damit locker. Denise Herrmann verpasst ihr drittes Podium als Fünfte nur knapp.mehr...

Biathlon

Denise Herrmann katapultiert sich in die Weltspitze

Östersund. Denise Herrmann hatte sich mit ihrem überraschenden Doppelsieg in Östersund in die Biathlon-Weltspitze katapultiert, doch den Vergleich mit Überfliegerin Laura Dahlmeier scheute die ehemalige Langläuferin noch.mehr...

Fußball

Löw beurteilt deutsche WM-Gruppengegner

Moskau. Deutschlands Gruppen-Kontrahenten sind wenig erfreut, dass sie 2018 in Russland gleich in der Vorrunde auf den Weltmeister treffen.Bundestrainer Joachim Löw dagegen sieht bei der WM in Russland „interessanten Spielen“ gegen die Dauerrivalen Mexiko und Schweden sowie die weniger bekannten Südkoreaner entgegen.mehr...

Wintersport: Ski alpin

Verletzter Neureuther hofft noch auf Olympia-Chance

Copper Mountain. Skirennfahrer Felix Neureuther hat trotz seines Kreuzbandrisses eine Olympia-Teilnahme nicht definitiv ausgeschlossen. Er wolle seinen Traum von einer Reise zu den Winterspielen im Februar nicht aufgeben, „solange noch ein kleines Fünkchen Hoffnung besteht“, sagte er nach der Landung aus Denver am Flughafen von München. mehr...

Fußball: WM

Vorrunden-Langeweile ohne Italien, Chile und Holland?

Hannover Nach 979 Tagen stehen die Lostöpfe für die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland fest. Am 1. Dezember werden die Vorrundengruppen für die Endrunde 2018 ausgelost. Viele interessante Konstellationen dürfte es dann nicht geben. Einige Top-Nationen und WM-Dauerteilnehmer fehlen.mehr...

Hintergründe

Russlands zweideutige Rolle in Ost-Ghuta

Damaskus. Das syrische Rebellengebiet Ost-Ghuta erlebt eine blutige Angriffswelle. Kritiker werfen Moskau vor, an der Eskalation mitschuldig zu sein. Können die Vereinten Nationen entschärfen?mehr...