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Rutten setzt auf Kommunikation

Madrid (dpa) Ehrlich, direkt, kommunikativ und bodenständig - das sind die hervorstechendsten Eigenschaften des neuen Schalker Cheftrainers Fred Rutten.

Rutten setzt auf Kommunikation

Fred Rutten gibt seinen Spielern Anweisungen.

«Wir stehen eigentlich immer in Dialog. Wir sprechen über alles: von den Trainingseindrücken über den Gegner bis zur Taktik oder die Aufstellung», sagt Co-Trainer Youri Mulder. Auch über private Dinge werde zuweilen geredet. «Nur lästern geht nicht», ergänzt der Schalker Ex-Profi schmunzelnd. «Der sitzt ja immer im selben Raum mit mir, Mike Büskens und Olli Reck, weil er kein eigenes Büro will.»

Von dem scheinbar ständigen Drang, sich auszutauschen, zu diskutieren, offen zu sein für Vorschläge und Anregungen, merkt der Außenstehende wenig. Eigentlich nichts. Gegenüber Journalisten ist der 45 Jahre alte Niederländer zwar höflich und freundlich, doch auch vorsichtig und distanziert. Die Ausbeute an knalligen Aussagen, tiefschürfenden Analysen oder hintergründigen Ansichten ist überschaubar. Rutten sagt in Interviews nur das Nötigste. Vor allen vor Spielen lässt er sich nicht in die Karten schauen. Dann haben die über der möglichen Aufstellung brütenden Medienvertreter Sätze in den Blöcken wie vor der Champions-League-Partie bei Atlético Madrid: «Es geht darum, die elf Spieler aufzubieten, die das Ziel erreichen können.» Aha.

Niederländische Journalisten, die Rutten schon lange kennen und seine Karriere als Profi und Trainer begleitet haben, schwärmen von seiner Fachkompetenz, seiner Art, mit den Spielern umzugehen, seiner Zielstrebigkeit. Doch schon bei Ruttens offizieller Vorstellung auf Schalke vor einigen Monaten warnten sie die deutschen Kollegen: Für euch wird es schwierig. Rutten sagt nicht viel zu den Medien.»

Stimmt. Alles, was besprochen wird, bleibt intern, auf dem Trainingsplatz, in der Kabine. Der «Kleedkamer», wie Rutten sie auf holländisch nennt. «Dort muss es stimmen. Kommunikation ist sehr wichtig. Man muss miteinander reden, sonst kommen die Botschaften nicht an», lautet die Philosophie des ehrgeizigen und akribischen Coaches, der auf Disziplin achtet, ohne übermäßig autoritär zu sein. «Er besitzt die Gabe, Spieler überzeugen zu können. Mit Argumenten und Persönlichkeit», lobt Schalkes Ex-Profi René Eijkelkamp seinen Landsmann, den er sporadisch als Co-Trainer auf Schalke unterstützt.

Obwohl man nie sicher sein kann, ahnt man, dass der einstige Schüler von Guus Hiddink der Richtige für den FC Schalke 04 sein könnte. Mit seiner direkten, unkomplizierten Art und seiner Malocher- Mentalität passt er zu den Menschen im Revier. «Arbeit macht ihm großen Spaß. Morgens ist er der erste, und abends der letzte, der die Kabine verlässt. Und er redet nie um den heißen Brei herum. Man weiß bei ihm immer, woran man ist», sagt Eijkelkamp.

Rutten ist ein Verfechter des holländischen Konzept-Fußballs, legt viel Wert auf Ballkontrolle, aber auch auf attraktives, schnelles Offensiv-Spiel. Bereits nach wenigen Wochen ist seine Handschrift zu erkennen. Doch der Coach sieht sich noch lange nicht am Ziel. «Es ist ein langer Prozess», erklärt Rutten stets. Nachfragen, wie lange so ein Prozess dauern könne, sind zwecklos. «Das kann man nicht sagen. Es ist eine der schwierigsten Aufgaben im Fußball: die Schönheit und die Ergebnisse unter einen Hut zu bringen.»

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