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SPD-Politiker wünschen sich Müntefering-Comeback

Berlin (dpa) Angesichts schwacher Umfragewerte setzen SPD- Politiker auf ein Comeback des früheren Parteivorsitzenden Franz Müntefering. Wenn der 68-Jährige sich wieder mehr in der Partei engagieren würde, könnte das zur Überwindung des Stimmungstiefs der Partei beitragen.

SPD-Politiker wünschen sich Müntefering-Comeback

Die meisten SPD-Politiker begrüßen, dass Franz Müntefering wieder politisch aktiver werden will. (Symbolbild)

Dies sagten führende Vertreter der Bundestagsfraktion der Tageszeitung «B.Z.». Müntefering hatte im November 2007 seine Spitzenämter aufgegeben, um sich um seine kranke Frau zu kümmern. Ankepetra Müntefering starb Ende Juli. Sein Bundestagsmandat hat der frühere Parteichef auch in den vergangenen Monaten beibehalten. «Es ist kein Abschied aus der Politik», hatte er nach dem Rücktritt vom Ministerposten dem «Spiegel» gesagt. «Ich bleibe im Bundestag, wenn auch die nächsten Wochen und Monate mit gebremster Kraft. Danach vielleicht wieder mit mehr.»

Die «Rheinische Post» (Samstag) berichtete, der ehemalige SPD-Vorsitzende und Vizekanzler werde im September seine Arbeit als Bundestagsabgeordneter wieder in vollem Umfang aufnehmen. In der SPD- Fraktion gab es dazu am Samstag keine Stellungnahme.

Johannes Kahrs, Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises, lobte Müntefering in der «B.Z.»: «Er ist für die Partei eine Integrationsfigur und für viele Wähler einfach unverzichtbar.» Der SPD-Wirtschaftsexperte Rainer Wend sagte: «Gerade in diesen für die SPD schwierigen Zeiten können wir einen erfahrenen Fahrensmann wie ihn bestens gebrauchen.»

Sebastian Edathy, der Vorsitzende des Innenausschusses, äußerte sich ähnlich: «Ich würde es sehr begrüßen, wenn er sich wieder einbringt und den Kurs der Partei mit prägt. Franz Müntefering kann er einen Beitrag dazu leisten, das Stimmungstief der SPD zu überwinden.» Fraktionsvize Fritz Rudolf Körper sagte, Müntefering sei «ein wichtiger Eckpfeiler für unsere inhaltliche politische Ausrichtung. Deshalb bin ich froh, wenn er wieder an Deck kommt und aktiv in die Politik eingreift».

Schleswig-Holsteins SPD-Chef Ralf Stegner warnte seine Partei allerdings davor, den früheren Vorsitzenden für neue Spitzenposten ins Gespräch zu bringen. «Der Respekt vor Franz Münteferings Lebensleistung verbietet es, ihn aus taktischen Erwägungen gegen andere Mitglieder der Parteiführung in Position zu bringen», sagte Stegner der «Bild am Sonntag». «Wer Müntefering jetzt aus der dritten und vierten Reihe für neue Spitzenposten ins Gespräch bringt, schadet sowohl Müntefering als auch der SPD.» Auch Stegner meinte aber: «Es wäre zu begrüßen, wenn sich Franz Müntefering wieder stärker in der SPD engagieren würde.»

Der «Spiegel» berichtet in seiner neuen Ausgabe, Müntefering sei als Chef der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) im Gespräch. Vor allem SPD-Linke sähen ihn demnach gern auf diesem Posten, um so ein Comeback in der Parteiführung zu verhindern. Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse werde ebenfalls als Kandidat genannt. Der bisherigen FES-Vorsitzenden Anke Fuchs wird laut «Spiegel» vorgeworfen, die Stiftung mit zu wenig Schwung zu führen.

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