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Zivilcourage

Sach wat! Tacheles für Toleranz 2.0

Nach dem erfolgreichen ersten Durchlauf des Caritas Projektes „Sach wat! Tacheles für Toleranz“ konnte nun das Projekt in die zweite Runde gehen.

Sach wat! Tacheles für Toleranz 2.0

Die Sach wat! Kneipentour der Caritas im Bistum Essen wird auch im Jahr 2018 weitergeführt. Foto: (c) Achim Pohl

Nach dem Abschluss der ersten Runde zum Zivilcourage-Projekt „Sach wat! Tacheles für Toleranz“ zog die Caritas im Bistum Essen ein positives Fazit. „ Wir sind für unser Engagement sogar von der deutschen Bischofskonferenz mit dem ersten Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus ausgezeichnet worden. In fast 30 Veranstaltungen haben wir über 600 Menschen Mut gemacht, für Menschlichkeit und Toleranz einzustehen. Damit haben wir ein deutliches Zeichen gegen Hass, Gewalt und Intoleranz gesetzt.“, resümiert Mello Hakopians, der ab 2018 die Projektleitung übernommen hat.

Ein bisschen mehr Mut für Menschlichkeit

Zu insgesamt fünf Kneipenabenden, 17 Argumentationstrainings, fünf Workshops gegen Hatespeech und einem Fachtag seien viele Haupt- und Ehrenamtliche aus der Caritas, aber auch viele andere interessierte Bürgerinnen und Bürger gekommen. Hakopians: „Auch die Resonanz im Netz war groß, aber wir haben uns nicht nur Freunde gemacht, sondern wurden auch angefeindet.“ Vor allem die Idee der Kneipentour habe bundesweit für Aufsehen und Nachahmer gesorgt. Selbst das ZDF hatte in seiner Sendung „Volle Kanne“ über das Projekt berichtet (www.zdf.de/verbraucher/volle-kanne/stammtisch-102.html)

„Wir können nicht konkret messen, was es den Leuten gebracht hat. Die Rückmeldungen waren durchweg positiv. Auch wenn ich Menschen mit intoleranter Haltung nicht überzeugen kann, so kann ich die erreichen, die danebenstehen oder mitlesen. Wir wollen Leute stark machen, die für Toleranz stehen. Wir sind überzeugt, dass wir etwas bewegt und viele mindestens zum Denken angeregt haben“, bilanziert Projekt-Entwicklerin Dara Franjić, Migrationsexpertin bei der Ruhr-Caritas.

Angesichts erstarkender rechtspopulistischer Kräfte habe man es als „Pflicht empfunden, etwas zu tun.“ In der herrschenden politischen Stimmung sei das Anliegen wichtiger denn je. „Wir brauchen noch mehr Menschen, die sich lautstark für Menschlichkeit einsetzen“, so Franjić.

So geht es weiter

Die Caritas hat zwischenzeitlich ein Folgeprojekt entwickelt und auch Dank der Förderung aus WestLotto-Geldern des Lotto-Prinzips eine finanzielle Basis für die Weiterführung gefunden. Das Projekt „Sach wat! - Tacheles für Toleranz“ wird so vom 1. Januar 2018 bis 31. Dezember 2019 durch die Lotterie GlücksSpirale gefördert. „Das Interesse und die Notwendigkeit sind da“, so Franjić. Über die kommenden Monate werden Schulungen für Multiplikatoren, modular aufgebaute Workshops zu verschiedenen Themen und erneut die beliebte Kneipentour angeboten. Im März fand bereits ein Fachtag zum Thema „Zuwanderung aus Südosteuropa und Antiziganismus“ statt und am 30. Mai gibt es ein Barcamp zum Projekt Sach wat!

Mehr Infos zum Projekt und den Veranstaltungen finden Sie hier: www.caritas.ruhr/sachwat

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