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Sascha Hellen kommt vielleicht doch zur Aufsichtsratssitzung

Atrium-Talk-Affäre

Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Bochum wird sich heute erneut mit der Affäre um den Atrium-Talk befassen. Kurz vor der Sitzung zeichnet sich ab, dass der große Befreiungsschlag ausbleiben wird. Promi-Vermittler Sascha Hellen selbst ist zunächst gar nicht erst zur Sitzung eingeladen worden. Jetzt soll er sich aber doch bereit halten.

BOCHUM

von Von Benedikt Reichel

, 13.11.2012

Hellen hatte nach der ersten Aufsichtsratssitzung am vergangenen Donnerstag gegenüber den Ruhr Nachrichten erklärt, er wolle sich an der Aufklärung beteiligen. Am Dienstagvormittag teilte er auf Anfrage mit: Er sei gar nicht erst eingeladen worden. Diesen Fehler wollte die Aufsichtsratsvorsitzende und Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz wohl korrigiert wissen. Sie habe ihn zwischenzeitlich kontaktiert und ihn gebeten sich für die Sitzung bereit zu halten, erklärte Hellen am Nachmittag.  

Denn der Aufsichtsrat hat an den Chef der Agentur Hellen Medien Projekte, die den Atrium-Talk-Abend mit prominenten Gästen versorgte, durchaus Fragen. Zum Beispiel: Welche (auch mündlichen) Absprachen gab es zwischen den Stadtwerken Bochum und der Hellen Medien Agentur über die Honorare der Talk-Gäste? Stadtwerke-Chef Bernd Wilmert hatte zuletzt den Schwarzen Peter in der Affäre der Agentur Hellen zugeschoben: Es habe mündliche Absprachen gegeben.Der Aufsichtsrat erwarte ganz klar eine Stellungnahme von Herrn Hellen, betont Jens Lücking (Freie Bürger) im Vorfeld der Sitzung nochmals. „Was hat es sonst für einen Sinn, dass wir uns heute erneut zusammensetzen?“ Wenn es nur mündliche Absprachen gebe, müsse man beide Seiten hören, so Lücking. Er will von den Stadtwerken zudem wissen, wer die Zahlungen an Hellen angewiesen hat.  

Auch in der SPD rechnet man nicht mit bahnbrechenden Erkenntnissen der Aufsichtsratssitzung. Eine Einladung von Hellen sei nicht mehr nötig gewesen, sagt SPD-Fraktionschef Dieter Fleskes, da der Rat das Rechnungsprüfungsamt mit der Klärung der Affäre beauftragt habe. Dieses hat am Freitag mit der Arbeit begonnen. Die CDU hatte sich ursprünglich für einen externen Prüfer starkgemacht, dafür im Aufsichtsrat aber keine Mehrheit gefunden und somit per Antrag im Rat das Rechnungsprüfungsamt eingeschaltet. "Ich habe dennoch die Hoffnung nicht aufgegeben, dass wir heute dennoch weitere Erkenntnisse gewinnen", so Fleskes.