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Satellitensteuerung und Geschichten für Radler

Plön/Kiel (dpa/tmn) Radwandern ohne nervendes Anhalten zum Kartenstudium an jeder zweiten Kreuzung: Das wünschen sich sicher viele Urlauber. Und wenn es dazu Geschichten über Spannendes entlang der Route aus einem Lautsprecher gäbe, wäre das eine schöne Zugabe.

Satellitensteuerung und Geschichten für Radler

Erzählte Geschichte: Der «Digitale Wanderführer» bringt Radlern auch die Vergangenheit des Schlosses nahe. (Bild: Tourist Info Plön/dpa/tmn)

Der Landschaftsarchäologe Walter Dörfler von der Universität Kiel und seine Projektgruppe «digiwa» (Digitaler Wanderführer) haben diesen Traum jetzt für den Plöner See und drei andere Routen in Schleswig-Holstein wahr gemacht. «Wir wollen das Erleben der Natur mit dem Verständnis für die Entstehung der Kulturlandschaft verbinden», sagt der Initiator.

Dass zunehmend auch Radler ihren Weg mit Satellitenhilfe und einem GPS-Navigator auf der Lenkstange oder in der Brusttasche finden, ist nichts Neues. Dörfler und seine Studenten sind mit ihrer Kombination aus elektronischer Landkarte und akustischen Landschaftsbeschreibungen aber ein großes Stück weitergegangen. «Unglaublich, man fühlt sich ein bisschen wie in einer Zeitmaschine, wenn man auf dem Rad von Satellitenhand durch eine schöne Landschaft gelenkt wird und dabei immer wieder Erklärungen über die Geschichte lauschen kann», meinte ein begeisterter Testnutzer aus Dänemark.

Technisch besteht der digitale Wanderführer aus einem Taschen-PC - auch PDA oder Pocket-PC genannt - mit eingebautem GPS-Empfänger plus Lautsprecher. Beides wird zusammen mit einem Extra-Akkupack, damit genug Strom für einen kompletten Tag zur Verfügung steht, per Klickverschluss am Fahrradlenker festgemacht. Nach einer Erprobungsphase im Jahr 2007 können Interessenten so ein Set unter anderem im Museum von Plön für einen Tag ausleihen und damit die 42 Kilometer lange Rundtour um den Plöner See abfahren.

Die Landkarte zeigt immer, wo es langgeht. Meist sind dort ein, zwei oder drei blau gekennzeichnete Namen von interessanten Punkten zu sehen: das Plöner Schloss, eine flache unbewohnte Insel im See mit bewegter Geschichte, die 850 Jahre alte Petri-Kirche in Bosau und das Naturschutzgebiet Störland etwa. Ein Klick auf die blaue Markierung reicht, und schon ist die Stimme von Jutta Hagemann vom Kieler Schauspielhaus zu hören. Sie erläutert, warum der Wasserspiegel des Sees vor 750 Jahren künstlich um zwei Meter angehoben und dann vor 126 Jahren wieder künstlich um 1,5 Meter abgesenkt worden ist; sie schildert die Geschichte des Schlosses von Plön, das die Nazis zu einer ihrer Napola-Schulen umfunktionierten; und sie erzählt, dass auf dem See einst eine slawische Burg namens Olsborg stand.

Vor dem Gut Hof Ascheberg kann man der Geschichte eines «Negers» lauschen, den der Reichsgraf Bertram zu Rantzau einst aus einer brandenburgischen Kolonie an der afrikanischen Goldküste nach Schleswig-Holstein mitbrachte. Doch es gibt Dinge, die weder der Satellit noch der Navigator am Lenker ersetzen kann - etwa dass man, konzentriert der Geschichte des damals einzigen Farbigen in Schleswig-Holstein lauschend, plötzlich einen der seltenen Eisvögel mit leuchtend blauem Gefieder entdeckt.

Einen ähnlichen digitalen Wanderführer mit Integration von GPS und Audio-Erklärungen bietet auch die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg für die Anlage um Schloss Sanscoussi. An einer kommerziellen Verwertung von «digiwa» ist Dörfler nicht interessiert: «Das würde der Sache viel von ihrem Charme nehmen.» Geliehen werden kann die Ausrüstung für Touren in Ostholstein bei den Fremdenverkehrsbüros in Plön und Malente und der Jugendherberge Plön.

Informationen: Tourist-Info Großer Plöner See, Bahnhofstraße 5, 24306 Plön, Telefon: 04522/509 50

Mehr Informationen im Internet: www.touristinfo-ploen.de

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