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Schalke besteht Charaktertest gegen Bochum

Gelsenkirchen (dpa) International nicht konkurrenzfähig, national aber spitze. Nur 66 Stunden nach der Lehrstunde von Madrid haben die Profis des FC Schalke 04 den Charaktertest in der Fußball- Bundesliga bestanden.

Schalke besteht Charaktertest gegen Bochum

Der Schalker Rafinha klärt per Scherenschlag gegen Marcel Maltritz (r).

Mit einem 1:0 (1:0)-Erfolg gegen den VfL Bochum konnte Schalke die Tabellenführung erkämpfen. «Natürlich steckte uns das 0:4 gegen Atlético noch in den Köpfen und in den Knochen», sagte der Siegtorschütze und auffälligste Akteur Heiko Westermann. «Nach dem Madrid-Spiel haben alle gedacht, dass wir stolpern, aber wir haben heute Charakter gezeigt.»

Die Gäste aus Bochum konnten zum Verdruss von Trainer Marcel Koller die «Verunsicherung» der Schalker nach dem bittere Scheitern in der Champions League «nicht ausnutzen». Zwar gestaltete der VfL die Partie in der ersten Hälfte noch weitgehend ausgeglichen, erarbeite sich in 90 Minuten aber lediglich eine gute Chance durch den Ex-Schalker Mimoun Azaouagh. «Wir haben zu wenig Druck entwickelt. Und nach dem Rückstand war es dann schwer, die Partie noch zu drehen», sagte Koller. Die Bilanz des Schweizers, dessen Elf nach drei Spielen nur einen Punkt auf dem Konto hat, fällt nicht gerade rosig aus. «Wir müssen jetzt schnell in die Gänge kommen und versuchen, in zwei Wochen gegen Arminia Bielefeld zu gewinnen.»

Für Schalke endete die Woche nach dem «großen Betriebsunfall» (Manager Andreas Müller) noch einigermaßen versöhnlich. Zwar entfachte die auf drei Positionen veränderte Elf vor 61 673 Fans kein Feuerwerk, aber Organisation und Spielkontrolle stimmten wieder. «Am Saisonbeginn sind die Ergebnisse wichtig. Wir haben sicher keinen Schönheitspreis gewonnen, aber ich sehe Fortschritte. Ich bin mit dem Liga-Start zufrieden», sagte Müller. Auch Trainer Fred Rutten meinte: «Von der Psyche und vom Charakter her war es ein gutes Spiel.»

Müller betonte, dass er von der noch immer ohne die beiden Millionen-Zugänge Jefferson Farfan und Orlando Engelaar agierenden Mannschaft demnächst auch im UEFA-Cup Erfolge sehen will. «Ich erwarte, dass sie die Hürde in Nikosia nimmt und die Gruppenphase erreicht.» Doch dann müssen vor allem die derzeit indisponierten Stürmer besser treffen. Diesmal sprang «Allzweckwaffe» Westermann, der gegen Bochum im Mittelfeld agierte, mit seinem Kopfballtor in der 36. Minute in die Bresche. «Es ist doch vollkommen egal, wer die Tore macht. Hauptsache, wir gewinnen», sagte er.

Dennoch sollte das Versagen der Stürmer vor dem Gehäuse kein Dauerzustand werden. Zwar war Kevin Kuranyi fleißig und bemüht, aber erneut unglücklich bis unvermögend im Abschluss. Kurz vor Schluss brachte er es gar fertig, den Ball aus zwei Metern statt ins leere Tor an den Pfosten zu bugsieren. «Den mache ich normalerweise mit geschlossenen Augen rein», gestand Kuranyi. «Es gibt Tage, an denen wird man angeschossen, und der Ball geht von alleine rein. Aber es gibt leider auch Tage, da will der Ball einfach nicht ins Netz.»

Ein Lichtblick war Rafinha, der nach seinem ungenehmigten Olympia- Trip von den Fans fair empfangen wurde, ein gutes Spiel machte und die Maßflanke zum Siegtreffer schlug. Gleichwohl wird der Rechtsverteidiger eine «empfindliche Geldstrafe» vom Verein erhalten, für die laut Rafinha der Brasilianische Fußball-Verband aufkommen will. Den Betrag wollte Müller nicht verraten, daher kann über die Höhe nur spekuliert werden. Vertragsverstöße werden normalerweise mit rund 25 000 Euro geahndet. «Aber hier handelt es sich um mehrere Vergehen», sagte Müller. So kann man davon ausgehen, dass ein satter sechsstelliger Betrag fällig wird.

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