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Schermbeck grüßt das Murmeltier

Fußball-Saisonvorschau

SCHERMBECK Wiederholt sich für den SV Schermbeck die Situation der letzten Jahre? Wieder geht das neu formierte Team infolge zahlreicher Verletzungen noch uneingespielt in die Saison. Wieder droht der SVS deshalb nach holpriger Hinrunde mit dem Rücken an die Wand zu geraten.

11.08.2010
Schermbeck grüßt das Murmeltier

Martin Stroetzel möchte auch am Mittwoch jubeln. Er tritt für Dorsten gegen den "Robo-Keeper" an.

Trainer Martin Stroetzel muss sich vorkommen, als grüße ihn täglich das Murmeltier. Wie in den letzten Jahren ist die Vorbereitung zur neuen Saison nicht als solche zu bezeichnen. Dabei hatten die Schermbecker alles gut geplant. Schon weit vor dem offiziellen Saisonende am 30. Juni stand der Kader fest. Selbst der überraschende Wechsel Mykolay Makarchuks nach Hüls ist nur eine Randnotiz gewesen, doch dann ging es richtig rund. Pascal Odrich verunglückte schwer mit seinem PKW. Er lag lange im Koma und an Fußball ist bei ihm nicht zu denken. Im allerersten Testspiel brach sich Tobias Urban die Hand und musste mehrere Wochen aussetzen. Als er dann in Wanne wieder dabei war, zog er sich eine Schulter-Eckgelenksprengung zu.

Hinzu kamen etliche kleine Muskelverletzungen und auch die Urlaubspläne der Spieler richten sich trotz eines Amateurvertrages nicht mehr nach der Vorbereitung. Die Mannschaft, die in den Testspielen auf dem Feld stand, setzte sich meist nach dem Zufallsprinzip zusammen. Auch die Ersatzbank war mehr als dünn besetzt, sodass taktische Experimente unmöglich waren.

Wenn dann auch noch die Leistungsträger fußballerische Wellentäler durchschreiten, gerät auch der sonst unerschütterlich selbstbewusste Martin Stroetzel ins Wanken. Lichtblicke gab es aber auch, denn Dennis Schröder, der noch bei den A-Junioren spielt, könnte einem Glücksfall auf der rechten Seite werden. Der Coach freut sich über diese Entdeckung: „Ich habe da keine Berührungsängste, ihn jede Woche aufzubieten, wenn die Leistung stimmt.“ Auch Neuling David Müller fällt durch seine Ballbehandlung auf. Mittelstürmer Charly Kuntz wird ebenfalls in der neuen Saison sehr oft ins Tor treffen. Das Problem ist allerdings, dass am kommenden Sonntag um 15 Uhr in Speldorf keine eingespielte Mannschaft auf dem Feld stehen wird. Das ist genau die Situation der letzten Jahre, die man vermeiden wollte. Erstes Ziel ist somit wieder der Klassenerhalt.

Rot-Weiß Essen ist zum einen ein Hoffnungsschimmer, zum anderen aber auch ein Angstfaktor in der NRW-Liga. Ähnlich wie bei Preußen Münster vor einigen Jahren erhoffen sich die Clubs einen warmen Geldregen durch die mitreisenden Fans. Die Anhänger von der Hafenstraße gelten aber nicht gerade als Lämmer, sodass die Sicherheit ein Thema werden wird. Sportlich wird der Zwangsabsteiger eine gute Rolle spielen.

Mit Fortuna Köln gehört ein weiteres Ex-Bundesliga-Team zum Kreis der Favoriten. Nach zwei sehr durchschnittlichen Spielzeiten haben die Fortunen nun eine gute Vorbereitung hingelegt. Germania Windeck, das durch den Pokalhit gegen Bayern München finanziell ausgesorgt hat, wird wie schon im letzten Jahr weit oben mitspielen. Gleiches ist auch von den Siegener Sportfreunden zu erwarten, die gerne wieder in die Regionalliga wollen.

Die Frage der Absteiger ist nur schwer zu beantworten, denn erst am letzten Spieltag der Regionalliga wird feststehen, wie viele Mannschaften absteigen müssen. Im Prinzip ein unhaltbarer Zustand, für den der Verband noch keine Lösung gefunden hat. Es werden die üblichen Verdächtigen dabei sein. Der VfB Hüls, der sich über eine Klage in der Liga hielt, kommt dafür ebenso in Frage wie auch die Aufsteiger. Sollte aber am Ende der Saison der schlimmste Fall eintreten und sechs Teams absteigen, wird es Clubs erwischen, die gar nicht damit gerechnet haben.

Unser Tipp: 

Die SVS-Fans haben gelernt, Martin Stroetzel zu vertrauen. Schon oft stand die Mannschaft am Abgrund und hat sich doch noch souverän gerettet. Das fußballerische Potenzial der Elf ist sehr hoch. Sie wird es aber erst in einigen Wochen abrufen können.