Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Schlafstörungen zeigen sich schon oft in früher Kindheit

Münster. Die Nacht durchschlafen - das gelingt nicht allen Kindern. Manche kämpfen bereits in jungen Jahren mit Schlafstörungen. Für die Entwicklung hat das nicht selten negative Folgen. Und nicht bei allen wachsen sich die Schwierigkeiten aus.

Schlafstörungen zeigen sich schon oft in früher Kindheit

Kinder mit Schlafstörungen kämpfen in vielen Fällen auch als Erwachsene mit Schwierigkeiten bei der Nachtruhe. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild

Statt erholsamer Ruhe gibt es bei den Kleinen Tränen und Geschrei: Schlaflose Nächte kennen wohl alle Eltern. Doch bei manchen Kindern werden sie zum Dauerphänomen.

„Etwa 10 bis 20 Prozent der Kinder im Alter von sechs Monaten bis vier Jahren in Deutschland haben Schlafstörungen“, sagt Prof. Angelika Schlarb anlässlich der 25. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin in Münster. Die Forscherin von der Universität Bielefeld setzt sich seit mehr als 15 Jahren mit dem Thema auseinander und hat mehrere Studien dazu gemacht. „Mitunter wachsen sich Schlafstörungen mit den Jahren nicht einfach aus“, erklärt sie. Wer als Kind schlecht schlafe, habe auch als Erwachsener nicht selten Probleme.

Laut einer repräsentativen Befragung von Kindern und Jugendlichen im Alter bis zu 18 Jahren verändert sich die Schlafdauer von Kindern rasant: Schlafen Kinder im Alter bis zu sechs Monaten im Schnitt 14,3 Stunden pro Tag, sind es mit 10,5 bis 11 Jahren nur noch 9,5 Stunden. Laut der Studie haben 19,5 Prozent der Kinder allgemeine Schlafprobleme, 13,0 Prozent Einschlafprobleme, 8,8 Prozent Durchschlafprobleme. Von Ein- und Durchschlafstörungen geht Schlarb aus, wenn ein Kind seit mindestens drei Monaten mehrmals die Woche Probleme hat, ein- oder durchzuschlafen.

Schlafstörungen können für die Kinder schwere Folgen mit sich bringen. „Sie können dann quengelig, aggressiv und unkonzentriert sein“, erläutert Schlarb. Aufmerksamkeits- und Lernstörungen seien weitere mögliche Beeinträchtigungen, erklärt Alfred Wiater, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin.

Ein Teil der Schlafstörungen bei Kindern - etwa das Schlafwandeln - sei reifungs- und entwicklungsbedingt, sagt Wiater. Diese Störungen klängen in der Regel spätestens in der Pubertät wieder ab. Doch ein Teil der Kinder nimmt die Störungen mit ins Erwachsenenalter. „60 Prozent der Kinder mit Schlafstörungen behalten das Problem“, schätzt Schlarb. Auch als Erwachsene hätten sie Schwierigkeiten, ein- oder durchzuschlafen. Mit Folgen: So steige durch Schlafstörungen das Risiko für eine psychische Erkrankung wie eine Depression.

Schlafen Kinder schlecht, könne das an einer Reizüberflutung liegen, erklärt Wiater. Gerade ein zunehmender Medienkonsum könne die Kleinen leicht überfordern und Schlafstörungen provozieren. Er empfiehlt, Kindern bis zum Alter von drei Jahren überhaupt keine Medien konsumieren zu lassen und im Grundschulalter maximal eine Stunde pro Tag. Schlarb beobachtet außerdem, dass viele Eltern sich zu spät Hilfe holen, wenn die Kinder schlecht schlafen. Sie empfiehlt, sich bei Problemen an den Kinderarzt, Kinderpsychologen oder an Familienberatungsstellen zu wenden.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Gesundheit

Was das Herz jung hält

Berlin. Die Gesundheit seines Herzens hat jeder gewissermaßen selbst in der Hand. Vorbeugende Maßnahmen sind entscheidend. Bewegung, gesunde Ernährung und nicht Rauchen helfen, die Gefäße jung zu halten.mehr...

Gesundheit

Wer langsam isst, ist seltener dick

Fukuoka. Jeden Bissen eines guten Essens langsam zu genießen - das gefällt theoretisch wohl den meisten Menschen. Praktisch schlingen wir allzu oft mittelmäßiges Essen lieblos in uns hinein. Das kann gewichtige Folgen haben.mehr...

Gesundheit

Richtig aufwärmen bei kalten Temperaturen

Zur jeder Trainingseinheit gehört ein gutes Warm-up. Nur so können Sportler die maximale Leistung abrufen und sich vor Verletzungen schützen. Wie man sich bei kalten Temperaturen am besten aufwärmt, erklärt eine Fitnessexpertin.mehr...

Gesundheit

Sind knackende Gelenke schädlich?

Hamburg. Knack, knirsch, kack: Manche Menschen können die Finger knacken lassen - und finden das auch noch erleichternd. Dabei warnen einige, dass das gefährlich sei. Was ist da dran?mehr...

Gesundheit

Was bei einer Blasenentzündung statt Antibiotika hilft

Berlin/Hamburg. Früher wurde eine Blasenentzündung fast immer mit Antibiotika behandelt. Heute raten Ärzte, es erstmal mit Ibuprofen zu versuchen. Vor allem Frauen, die ständig damit zu kämpfen haben, sollten noch ein paar andere Dinge beachten.mehr...