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Insolvente Drogeriekette

Schlecker-Gläubiger beschließen das endgültige Aus

Ulm Die Schlecker-Gläubiger haben am Dienstag wie erwartet für das endgültige Aus der insolventen Drogeriemarktkette gestimmt. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz sagte nach dem Treffen in Ulm: „Die Stilllegung des Geschäftsbetriebs von Anton Schlecker e.K. ist mit großer Mehrheit beschlossen worden.“

Schlecker-Gläubiger beschließen das endgültige Aus

Die Gläubigerversammlung hat das Ende von Schlecker besiegelt, tausende Mitarbeiter fühlen sich im Stich gelassen. Foto: Stefan Puchner

 

Eine Fortführung sei nicht mehr zu vertreten gewesen. Bereits am Freitag hatte sich der Ausschuss mit den größten Gläubigern für das Ende ausgesprochen und damit die entscheidenden Weichen gestellt. Die Kündigungen der 13.200 Schlecker-Mitarbeiter sollen zum Ende des Monats rausgehen. Rund 5000 Beschäftigte der beiden Schlecker-Töchter IhrPlatz und Schlecker XL können aber weiter hoffen. Denn die 490 Filialen von IhrPlatz sowie die 342 Schlecker-XL-Märkte sollen vom Münchner Investor Dubag übernommen werden.

Die Zukunft der XL-Filialen ist Thema einer eigenständigen Versammlung, die noch am Dienstagnachmittag stattfinden sollte. Die Gläubigerversammlung von IhrPlatz ist dagegen für Mittwoch anberaumt. Allerdings könnte der Deal nach einem Bericht der «Wirtschaftswoche» doch noch platzen. Grund sei ein Streit mit den Gläubigern über den Wert der Regalware, berichtete das Blatt am Dienstag unter Berufung auf Verhandlungskreise. Dabei gehe es um den Preis, den die Dubag für die in Lagern und Filialen vorhandenen Waren von IhrPlatz und Schlecker XL bei der Übernahme zahlen soll. Dazu war zunächst weder von Gläubiger- noch von Investorseite eine Stellungnahme zu erhalten.

Vor dem Versammlungsort hatten zuvor mehrere hundert Verkäuferinnen des einstigen Branchenprimus demonstriert. Verdi-Landesvorsitzende Leni Breymaier sagte: «Was hier passiert, ist eine Katastrophe für die Schlecker-Frauen und Schande für die soziale Marktwirtschaft.» Sie forderte Hilfen wie etwa einen Sonderfonds bei der Bundesagentur für Arbeit oder Geld für Transfergesellschaften.Die Arbeitsagentur sieht unterdessen gute Jobchancen für die vor der Entlassung stehenden 13.200 verbliebenen Mitarbeiter. „Wir haben gerade im Einzelhandel eine hohe Dynamik“, sagte das BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt in einem Gespräch mit der Wochenzeitung „Die Zeit“. Die Bundesagentur suche bereits nach neuen Beschäftigungsmöglichkeiten für die Betroffenen. „Wir führen Gespräche mit großen Firmen wie Amazon, McDonald's, Lidl oder dem Dänischen Bettenlager, um zu sehen, wo Verkäuferinnen unterkommen könnten“, sagte Alt.

Erleichtert werde die Vermittlung von Schlecker-Frauen auch dadurch, dass sich die Entlassungen nicht auf einen Standort konzentrierten, sondern sich über das ganze Bundesgebiet verteilten. Die erste Kündigungswelle bei Schlecker sei in vielen örtlichen Arbeitsagenturen kaum spürbar gewesen sei: „Viele Arbeitsagenturen hatten in der ersten Entlassungswelle fünf Arbeitslosmeldungen mehr. Dafür braucht man keine besonderen Instrumente.“ 

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