Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Drogeriemarkt-Kette

Schleckers Dienstleistungsfirma wirft Fragen auf

Ehingen Hat Firmenchef Anton Schlecker Geld beiseitegeschafft, als er mit einem Aus für sein Drogerieimperium rechnete? Medienberichte legen das nahe. In der Tat lässt eine Firma aus dem Schlecker-Reich rätseln. Unter anderem geht es um einen 51-Millionen-Euro-Kredit.

Schleckers Dienstleistungsfirma wirft Fragen auf

Mit Packpapier sind die Schaufenster einer geschlossenen Schlecker-Filiale in Düsseldorf verhängt. Foto: Martin Gerten/Archiv

 Das Geschäftsgebaren einer Dienstleistungsfirma aus dem insolventen Schlecker-Imperium wirft viele Fragen auf. Es geht um die LDG Logistik- und Dienstleistungsgesellschaft mbH, die dem Schlecker-Sohn Lars Schlecker gehört. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa vom Dienstag zählte sie nur Schlecker als Kunden und verbuchte konstant ansehnliche Gewinne, während das Drogerieimperium selber schon gewaltig kriselte. Das „Handelsblatt“ (Dienstag) berichtete erstmals über das Konstrukt und wirft die Frage auf, ob Firmenchef Anton Schlecker über den Umweg dieser Firma womöglich Geld beiseitegeschafft haben könnte. „Der Gründer ging volles Risiko, die Kinder sicherten sich ab“, schreibt das Blatt.

Der Dienstleister gehört laut Registerinformation Lars Schlecker alleine. Laut Bundesanzeiger standen 2010 rund 33 Millionen Umsatz gut 12 Millionen Überschuss entgegen - eine Gewinnmarge nach Steuern von satten 38 Prozent. Nach dpa-Informationen gab es im alltäglichen Geschäftsablauf der Firma mit ihren rund 600 Mitarbeitern aber keine Ungereimtheiten. „Es wurden im Marktvergleich durchaus übliche Stundenlöhne gezahlt“, verlautete aus norddeutschen Branchenkreisen, die mit den internen Abläufen der LDG bestens vertraut sind. Auch ein mit großen Fällen erfahrener Insolvenzverwalter sagte der dpa: „Man darf nicht den Fehler machen, die Gesamtsituation der Schleckerfirma mit der Situation dieser Dienstleistungsfirma zu vergleichen und nur wegen der unterschiedlichen Entwicklungen sofort auf Ungereimtheiten zu schließen.“ Für Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz sei es fraglos möglich, Zahlungsflüsse an LDG auch noch Jahre zurück zu beanstanden. Das Unternehmen erbrachte für Schlecker Logistikdienstleistungen wie etwa elektronische Lagerverwaltung.

Ungewöhnlich sind an der LDG-Bilanz jedoch zwei Dinge: Zum einen wird die Bezahlung der beiden Geschäftsführer nicht ausgewiesen. Andererseits ist in der Bilanz 2010 ein Kredit über 50,7 Millionen Euro auffällig, der nach dpa-Informationen an Anton Schlecker selber ging. Er ließ sich also Geld aus dem Polster geben, das die LDG die vergangenen Jahre dank großer Gewinne angehäuft hatte. Am Dienstag blieb zunächst unklar, wofür der Firmenpatriarch dieses Geld nutzte. LDG zumindest brachte das Darlehen in akute Bedrängnis. Die Vermögens- und Finanzlage hänge „entscheidend von der Werthaltigkeit einer Darlehensforderung in Höhe von 50,7 Millionen Euro gegen eine natürliche Person“ ab, heißt es in der Bilanz über Schleckers Kredit.

Verwalter Geiwitz wies bei der Gläubigerversammlung am Dienstag in Ulm Medienberichte zurück, wonach Geld beiseite geschafft worden sei. Kritiker könnten der Familie vieles vorwerfen - etwa, dass sie zu spät auf die wirtschaftlichen Schwierigkeiten reagiert habe. „Nicht aber die Rettung von Vermögen in großem Stil“, sagte er. Schlecker habe zwischen 2008 und 2011 mehrere Hundert Millionen Euro in das kriselnden Drogerie-Imperium gesteckt. Ob die knapp 51 Millionen Euro Darlehen aus der LDG dazugehörten, wird Geiwitz sicherlich prüfen. Sein Sprecher bestätigte dem Handelsblatt Pläne für Kontrollen. Anton Schlecker haftet als eingetragener Kaufmann (e.K.) mit seinem gesamten Vermögen. 

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Wirtschaft

DAX: Schlusskurse im Späthandel am 18.10.2017 um 20:31 Uhr

Frankfurt/Main (dpa) An der Frankfurter Wertpapierbörse wurden im Späthandel am 18.10.2017 um 20:31 Uhr folgende Schlusskurse für die 30 Werte des Deutschen Aktienindex DAX festgestellt.mehr...

Wirtschaft

Hochtief im Rennen um Mautstraßen-Betreiber Abertis

Essen (dpa) Finanzieller Kraftakt für Hochtief: Mit einer 17-Milliarden-Offerte geht das Essener Unternehmen ins Rennen um den spanischen Mautstraßenbetreiber Abertis. Konzernchef Fernandez Verdes sieht bei einem Zusammenschluss nur Vorteile für beide Unternehmen.mehr...

Wirtschaft

Aufbau von Air-Berlin-Transfergesellschaft zieht sich hin

Berlin (dpa) Noch sind die Millionen nicht zusammen, die Tausenden Air-Berlin-Mitarbeitern etwas Luft verschaffen könnten bei der Jobsuche. Die Sorge hat der Vorstandschef persönlich nicht - das bringt ihm Kritik ein.mehr...

Wirtschaft

Neue Fristen für rückwirkende Kindergeldanträge ab 2018

Berlin (dpa/tmn) Kindergeld kann bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres gezahlt werden. Doch nicht immer wissen Eltern das. Ab dem kommenden Jahr sollten sie sich über die Voraussetzungen schnell informieren. Denn für rückwirkende Anträge bleibt dann weniger Zeit.mehr...

Wirtschaft

Soros überträgt 18 Milliarden Dollar an seine Stiftung

New York (dpa) Der US-Milliardär George Soros spendet regelmäßig immense Summen für wohltätige Zwecke. Nun soll der Hedgefonds-Guru den Riesenbetrag von 18 Milliarden Dollar gestiftet haben. Was verbirgt sich dahinter?mehr...

Wirtschaft

GfK: Franzosen und Briten mit mieser Konsumlaune

Nürnberg (dpa) Der "Macron-Effekt" in Frankreich scheint verpufft, die Konsumlaune ist nach einem kurzen Hoch stark rückläufig. In Großbritannien drückt der ungewisse Ausgang der Brexit-Verhandlungen auf die Stimmung. Und in Deutschland zeigt das Konsumbarometer unerwartete Ausschläge an.mehr...