Diese Website speichert Cookies auf Ihrem Computer. Diese Cookies werden verwendet, um Ihre Website zu optimieren und Ihnen einen persönlich auf Sie zugeschnittenen Service bereitstellen zu können, sowohl auf dieser Website als auch auf anderen Medienkanälen. Mehr erfahren über die von uns eingesetzten Cookies finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie
Anzeige
Anzeige

Schleppende Klimaverhandlungen in Bonn

Bonn. Vor fast zweieinhalb Jahren wurde das Pariser Klimaabkommen beschlossen, nun soll es auch umgesetzt werden. Dafür ist ein verbindliches und einheitliches Regelwerk nötig, so dass niemand schummeln kann. Doch genau damit tun sich die Staaten noch schwer.

Schleppende Klimaverhandlungen in Bonn

Greenpeace-Demonstration für Klimaschutz und Kohleausstieg. Die Klimaverhandlungen in Bonn haben kaum Ergebnisse gebracht. Foto: Carsten Koall

Nachsitzen fürs Klima: Nachdem eine zehntägige Konferenz in Bonn nur geringe Fortschritte erzielt hat, ist nun ein weiteres Treffen in Bangkok angesetzt worden.

Dies werde vom 3. bis zum 8. September auf dem UN-Gelände der thailändischen Hauptstadt stattfinden, bestätigte ein UN-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

In Bangkok sollen die Delegierten beenden, was sie eigentlich schon in Bonn schaffen sollten: Das Regelwerk zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens soll so konkret gefasst werden, dass es für die nächste Weltklimakonferenz im Dezember im polnischen Kattowitz beschlussfertig ist. Es soll zum Beispiel einheitliche Standards dafür festlegen, wie die einzelnen Länder ihren CO2-Ausstoß messen und angeben. Niemand soll schummeln können.

„Wir sind auf dem richtigen Weg, müssen aber noch deutlich schneller werden“, sagte ein Sprecher des Bundesumweltministeriums. Die zusätzlichen Verhandlungen in Bangkok würden dabei helfen. „Wie vor Paris 2015 beginnt sich wieder eine Koalition ambitionierter Staaten zu formen“, sagte der Sprecher. Es gebe noch viel zu tun, aber er sei zuversichtlich.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisierte den schleppenden Verlauf. „Bonn hat zu wenige Fortschritte bei der Entwicklung des Regelwerks erzielt“, sagte Greenpeace-Sprecher Jannes Stoppel. Care-Klimaexperte Sven Harmeling forderte ein „stärkeres politisches Engagement“ bei den Verhandlungen. Sonst werde es schwer werden, das Regelwerk in Kattowitz zu verabschieden. Rixa Schwarz von Germanwatch appellierte an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): „Beim Petersberger Klimadialog am 18. Juni hat sie Minister aus aller Welt zu Gast, die einen Erfolg bei der Klimakonferenz in Kattowitz vorbereiten können.“ Dafür müsse Deutschland aber selbst mit gutem Beispiel vorangehen und seine Klimaziele einhalten. Mehrere Umweltschutzverbände forderten die Bundesregierung auf, zügig einen Zeitplan für einen schnellen Kohleausstieg vorzulegen.

Der 2015 vereinbarte Klimapakt von Paris sieht vor, die gefährliche Erderwärmung in einem weltweiten Kraftakt in den nächsten Jahrzehnten zu bremsen und so dramatische Folgen wie Dürren und einen Anstieg der Weltmeere zu mildern.

THEMEN

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Inland

Experten: Deutschland im Klima-Ranking nur auf Platz acht

Berlin. Der Asylstreit überschattet politisch derzeit alles. Dabei hat die Bundesregierung noch andere Probleme - ihr droht etwa eine Blamage beim Klimaschutz. Umweltministerin Schulze legt vor Gästen aus gut 30 Ländern ein Geständnis ab.mehr...

Inland

Verdi legt neue Zahlen zur Personalnot in Krankenhäusern vor

Düsseldorf. In vielen Krankenhäusern herrscht Mangel an Pflegekräften - nneue Tarifverträge swchaffen nicht die erwünschte Abhilfe. Verdi legt nun die Ergebnisse einer Umfrage zur Personalsituation in den Kliniken vor.mehr...

Inland

Statistik über neue Todesopfer rechter Gewalt

Berlin. Einem Bericht zufolge gab es in den ersten vier Monaten 2018 bereits 3714 Straftaten, die von Rechten begangen wurden. Seit der Wiedervereinigung 1990 wurden 83 Todesopfer rechter Gewalt erfasst.mehr...

Inland

Führungsgremien von CDU und CSU beraten über Asylstreit

Berlin/München. Keine Seite will nachgeben. Kanzlerin Merkel beharrt auf einer europäischen Lösung der Asylfrage, Innenminister Seehofer fordert den nationalen Alleingang. Heute treffen sich die Führungsgremien von CDU und CSU um über die Haltungen zu beraten.mehr...

Inland

Engste CDU-Spitze kommt zu Asyl-Krisentreffen nach Berlin

Berlin. Erst Fußball gucken und dann der unangenehmere Teil: nämlich Beratungen über den Asylstreit mit der Schwesterpartei CSU. Angela Merkel hat die engste Führungsspitze der CDU ins Kanzleramt bestellt.mehr...