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Schlitterpartie ins Aus: Eis Schröer muss schließen

HALTERN Nach 50 Jahren ist Schluss: Das "Schröer EisParadies" aus Haltern muss spätestens zum Ende des Jahres schließen. Dies hat der Unternehmensleiter von "R & R Ice Cream" am Freitag bekannt gegeben.

Schlitterpartie ins Aus: Eis Schröer muss schließen

Der Betriebsrat von Eis Schröer (v.l.): Anna Chrobot, Rita Schiwek, Marcus Einig, Thorsten Stoer, Peter Lehnebach, Oliver Albert und Marco de Cicco.

Um 9.30 Uhr standen alle Maschinen in den Produktionshallen am Münsterknapp still, als der R & R-Chef auch die Belegschaft über das Aus des Werkes unterrichtete – „in Englisch, kein Wort des Bedauerns, nur die Fakten“, konstatierte der Betriebsrat im Anschluss.

Die schicksalsschwere Nachricht haute alle um: „Ich verstehe die Welt nicht mehr“, stammelte eine 29-jährige Mitarbeiterin. Es flossen Tränen, fassungslos fragte man nach dem Warum. Aber niemand fand eine nachvollziehbare Antwort. Noch im Juni sei der Betrieb mit dem höchsten ifs-Audit ausgezeichnet worden (Prüfung Lebensmittelstandard). Und im Vergleich mit den anderen Werken, rätselten die Betriebsratsmitglieder, „wiesen wir doch auch sehr gute Zahlen auf.“

Achim Schön, bis zum 30. Juni Vorsitzender Geschäftsführer und nun im Beirat des R & R-Unternehmens, begründete im Gespräch mit unserer Zeitung: „Der Betrieb ist nicht rentabel. Bei der Übernahme hat er schon Minus gemacht und nun weitere 25 Prozent Umsatz verloren.“ Zum Ablauf der letztjährigen Saison habe man einen Großkunden verloren, eine wirtschaftliche Eiskrem-Herstellung sei hier unmöglich.

Nach 50 Jahren geht somit die Eisproduktion in Haltern den Bach herunter – „spätestens Ende des Jahres machen die hier die Bude dicht“, brachte es Werner Raupner, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten, auf den Punkt. Er arbeitet mit dem Betriebsrat nun eng zusammen. „Als erstes werden wir“, blickten die Betriebsratsvorsitzenden, Rita Schiwek und Thorsten Stoer, selbst seit 30 bzw. 15 Jahren im Betrieb, in die Zukunft, „einen Interessenausgleich und Sozialplan mit der R & R-Geschäftsleitung aushandeln.“ Das bedeute: Gehaltfortzahlungen so lange wie möglich und ein höchstmögliche Abfindung für die Mitarbeiter. Betroffen sind rund 80 Festangestellte. Katastrophal sieht es für die rund 30 Zeit- und Leiharbeiter aus: Sie haben die Kündigung zum 12. August in der Hand.

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