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Autobranche

Schlupfloch ermöglicht steuerfreien Porsche-Verkauf an VW

Stuttgart/Wolfsburg Volkswagen und die Porsche-Muttergesellschaft Porsche SE haben einen Weg gefunden, mit dem das Sportwagengeschäft der Schwaben komplett unter das VW-Dach kommt - und das ohne einen einzigen Cent Steuern zu zahlen.

Schlupfloch ermöglicht steuerfreien Porsche-Verkauf an VW

Steuerfreie Fusion: Porsche spart sich schätzungsweise 1,5 Milliarden Euro an Körperschaft-, Gewerbe- und Grunderwerbsteuer.

Ein Schlupfloch in den Steuergesetzen wird den monatelang geplanten Zusammenschluss der Autobauer VW und Porsche offensichtlich ermöglichen, ohne dass auch nur ein Cent an Steuern gezahlt werden muss. Die „Wirtschaftswoche“ berichtete am Samstag ebenfalls über eine entsprechende Möglichkeit. Ein solcher Verkauf würde den Schwaben eigentlich etwa 4,5 Milliarden Euro bringen und es dürften schätzungsweise 1,5 Milliarden Euro Steuern anfallen. Ein Großteil würde in die Kasse von Baden-Württembergs Finanzminister Nils Schmid (SPD) fließen. Ein Steuerschlupfloch erlaubt den Unternehmen nun aber einen Trick: Der Verkauf wird mit dem parallelen Verschieben einer VW-Stammaktie zu einem Umbau der bereits eng verwobenen Unternehmen. Da es somit formaljuristisch eine Umstrukturierung und kein Verkauf ist, fallen auch keine Steuern an.

Ein Sprecher von Schmid sagte, dass das Ministerium zu steuerlichen Einzelfällen keine Auskunft geben dürfe. Jedoch liegt ein Schriftverkehr über die rechtsverbindliche Auskunft der Behörden an die Unternehmen vor. Dort heißt es, dass das gewählte Konstrukt mit der einen verschobenen VW-Stammaktie einen Steueranspruch tatsächlich eindeutig vermeide: „Entsprechend der Zielsetzung des Umwandlungssteuergesetzes können daher aus Sicht der Unternehmen steuerliche Belastungen vermieden werden.“ Hintergrund des Themas: Die seit langem miteinander verbandelten Unternehmen VW und Porsche wollen am liebsten fusionieren. Doch nach dem gescheiterten Übernahmekampf der Schwaben bei VW lasten auf der Porsche SE milliardenschwere Prozessrisiken. Kläger sind Anleger, die sich rückblickend betrogen fühlen. Daher will VW die Porsche SE nicht eingemeinden und sich die juristische Gefahr einfangen. Alternativ könnten die Wolfsburger nur das Sportwagengeschäft der Porsche AG komplett unter das VW-Dach holen - bisher gehört ihnen knapp die Hälfte. Eine mit den Firmeninterna vertraute Person sagte, dass damit eine bisher zentrale Hürde genommen sei. VW werde diese Option nun aller Wahrscheinlichkeit nach ziehen und das Sportwagengeschäft komplett unter das Wolfsburger Konzerndach holen. Die Verträge und Formalien dafür dürften aber noch einige Wochen dauern. Auch wenn das Konstrukt für den gewöhnlichen Steuerzahler schwer zu verstehen sei, handele es sich um eine ganze legale Möglichkeit.

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