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Schön wie im Sauerland

Aplerbecker Wald

Zwischen Emscher- und Ruhrtal erstreckt sich auf 115 Hektar das Naturschutzgebiet Aplerbecker Wald, in dem man die Stille fast hören kann.

von Von Sarah Hinderer

, 23.08.2010
Schön wie im Sauerland

„Besonders was die Tierarten angeht, ist der Aplerbecker Wald ökologisch sehr wertvoll“, sagt Sebastian Vetter, Forstrat der Stadt. So weist das Gebiet mit 60 Brutvogelarten und 17 Tieren der „roten Liste“ für gefährdete Arten jeweils den höchsten Wert im gesamten Stadtgebiet.

„Das Waldgebiet ist einfach sehr vielfältig“, schwärmt Vetter. Durch die Lage im Ardey-Gebirge von fast 200 Metern an der höchsten Stelle, seien Teilstücke sogar Sauerland-typisch. „Charakteristisch sind die dichten, schattigen Flächen, aber auch Böschungen und sonnenexponierte Waldränder findet man vor.“ Ideal also nicht nur für Flora und Fauna, sondern auch für Naherholungssuchende. Spaziergänger und Jogger fühlen sich genauso wohl wie Wanderer und Reiter. Doch eine Interessengruppe bereitet den Forstwirten besonders viel Kopfzerbrechen: die Radfahrer.

Gemeint sind nicht die ASC-Mountainbiker, die natürliche Hindernisse nutzen, auf den Wegen bleiben und sich an ihren eigenen Ehrenkodex, der sich mit dem Landesforstgesetz deckt, halten. „Problematisch sind vor allem die, die unentdeckt bleiben wollen und auch nicht das Gespräch mit uns suchen“, so der Forstrat. „Die Jugendlichen sind dann außerhalb der Wege unterwegs, sägen Baumwurzeln an und fahren wörtlich über Stock und Stein - das schadet natürlich den Pflanzen, viele Bäume erholen sich von den Verstümmelungen nicht.“ Besondere Rücksicht sei im Winter geboten: „Da sind dreimal so viele Rehe im Wald und Amphibien befinden sich in der Winterstarre. Wer da querfeldein marschiert, trampelt Tiere platt.“

Doch dem Forstrat ist wichtig, dass es nicht immer nur um Verbote geht. „Der Aplerbecker Wald ist in erster Linie Naherholungsgebiet. Wir versuchen den Wald durch Schutzhütten und Bänke für Anwohner und Familien attraktiv zu gestalten und freuen uns auch, wenn Kinder Äste zu einer Spielhütte zusammen stellen oder gegrillt wird“, so Vetter. Nur den Müll sollen die Passanten wieder mit nach Hause nehmen und Verständnis für die Sensibilität des Waldes entwickeln. „Regeln bedeuten kein Spaßverbot“, so Vetter. Im Südteil des Waldes, an dem die Straße zu einem Waldweg zurück gebaut worden ist, kann man im Winter prima Schlitten fahren.