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Streifzug durch Mannheim

Schönheit auf den zweiten Blick

Mannheim Baden-Württembergs zweitgrößte Stadt Mannheim hat an ihrem Image einer öden und grauen Industrie- und Arbeiterstadt zu knabbern. Doch in Sachen Musik mischt Mannheim ganz groß mit. Und der Katholikentag macht dort in diesem Jahr Station.

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Mannheim ist traditionell eine Industrie- und Arbeiterstadt. An diesem Image hat sie immer noch zu knabbern. Foto: Stadtmarketing Mannheim/Bernhard Kunz

Kreatives Zentrum: Die Mannheimer Popakademie ist das Aushängeschild der Musikstadt. Foto: Uli Deck

Sohn Mannheims: Michael Herberger, Ur-Großneffe der Trainerlegende Sepp Herberger, ist einer der kreativen Köpfe Mannheims. Foto: Panja Schollbach

Entspannung unter dem Fernsehturm: Der Luisenpark ist Mannheims grüne Lunge. Foto: Stadtmarketing Mannheim/Dominik Rossbach

Kreativer Mittelpunkt der Stadt: Viel Geld investiert Mannheim derzeit in sein ehemaliges Hafenviertel rund um den Jungbusch. Foto: Stadtmarketing Mannheim/Dominik Rossbach

Stadt der Gegensätze: Nur wenige hundert Meter vom Hafenviertel liegt Mannheims Barockschloss. Foto: Stadtmarketing Mannheim/Bernhard Kunz

Michael Herberger steht im betonverkleideten Foyer der Mannheimer Popakademie und breitet seine Arme aus: «Ich habe in Mannheim alles, was ich brauche» sagt er. Dass Zugereiste sich nur selten auf den ersten Blick in die Stadt verlieben, weiß er. «Man braucht Zeit und muss dem Ganzen hier eine Chance geben», erklärt der Mitbegründer und Keyboarder der Söhne Mannheims. «Mannheim ist eine Stadt, die man entdecken muss. Sie ist auf den ersten Blick keine Schönheit.»

Gegenüber der Popakademie, die jüngst um zwei Stockwerke erweitert wurde, liegt der Containerhafen am Rhein und auf der anderen Seite des Flusses der Chemieriese BASF. In Mannheim lernte das Auto dank Carl Benz rollen, Karl Freiherr von Drais entwickelte hier das erste Zweirad. Die Spuren davon sind bis heute unübersehbar. Industrieromantik pur für Liebhaber.

Wer's anders mag: Unweit entfernt liegt das Mannheimer Barockschloss, in dem heute die Universität untergebracht ist, oder der Friedrichsplatz mit dem Wasserturm - eine der schönsten Jugendstilanlagen Europas.

Mannheim ist eine Stadt der Gegensätze. Alles sei in Bewegung, sagt Herberger - vor allem in Sachen Kunst und Kultur. Dass Mannheim eine Musikstadt ist, zeige sich nirgends besser als in der Popakademie - der einzigen in Deutschland.

Die Musikschmiede steht mitten im Jungbusch, einem Problemviertel, das sich in den kommenden Jahren zum kreativen Mittelpunkt der Stadt mausern soll. In das ehemalige Hafenviertel pumpt die Stadt Geld für den Strukturwandel. Szenekneipen, Theaterprojekte für Migrantenkinder und Kreativbüros liegen neben türkischen Gemüseläden und Kulturvereinen.

Mit zahlreichen Veranstaltungen wird sich die Popakademie auch beim Katholikentag einbringen, der in diesem Jahr vom 16. bis 20. Mai in der Stadt über die Bühne geht. Von Straßenmusik bis Band-Coaching reicht das musikalische Angebot.

Doch nicht nur wegen der Musik ist Mannheim bekannt. Das 1799 von Kurfürst Carl Theodor gegründete Nationaltheater ist das älteste kommunale Theater der Welt, unter anderem wurden hier Friedrich Schillers «Die Räuber» uraufgeführt. Die Universität hat sich vor allem in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften zu einer der ersten Adressen gemausert. Ihre Herberge, das Barockschloss, bietet Besuchern nach einer Komplettsanierung seit einigen Jahren wieder Einblicke in das Leben am kurfürstlichen Hof.

Wenn er entspannen will, zieht es den zweifachen Vater Herberger am Wochenende mit den Kindern in den Mannheimer Luisenpark, die Pfalz oder nach Heidelberg. Alles einen Steinwurf entfernt.

Ob die Söhne Mannheims den Ruf der Stadt aufgepeppt haben? Herberger winkt ab. Aber er gibt zu: Es sei schon ein unglaubliches Gefühl, wenn tausende Fans bei ihren Konzerten den Refrain der Mannheim-Hymne mitsingen. Egal wo. «Wenn dir dann 15 000 ,Mannheim' entgegen brüllen - das ist schon toll.»

 

 

 

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