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Schon wieder steht ein Chor mit einem Bein im Grab

BERGHOFEN Mit Stolz, aber auch mit einem blutenden Herzen, wird der Männerchor 1852/1910 Berghofen am Samstag (27.10.) um 19 Uhr sein Festkonzert zum 155-jährigen Bestehen im "Freischütz" eröffnen. - Es ist das letzte Konzert in einem großen Saal, vielleicht das letzte Konzert für immer.

von Von Julia Gaß

, 25.10.2007

Der Chor, der nur noch 16 aktive Sänger hat, kämpft wie andere Chöre auch ums Überleben und hat die drohende Auflösung gerade bei der Halbjahresversammlung des Sängerkreises bekannt gegeben. Nach den "Vereinigten Sängern Emschertal" wäre er der zweite Chor aus dem Stadtbezirk Aplerbeck, der das Jahr 2007 nicht überlebt.

Die Berghofer sind nach dem MGV Eintracht Wellinghofen zweitältester Dortmunder Chor. "Wir wollten noch einmal ein großes Konzert geben. Die 160 Jahre schaffen wir wohl nicht mehr. Mir blutet das Herz, wenn ich daran denke, dass ich verkünden muss, dass es unseren Chor nicht mehr gibt", sagt Roland Sentheim, 1. Vorsitzender. Der 47-jährige ist seit 25 Jahren das jüngste Chormitglied. Der älteste Sänger ist 93, das Durchschnittsalter liegt weit über dem Rentenalter.

1800 Euro Saalmiete hat der Chor investiert, Stargast Johannes Groß, einer der drei "German Tenors", singt zum Freundschaftspreis, weil er dem Chor helfen möchte im Überlebenskampf. Ob das traditionelle Weihnachtskonzert am 3. Advent in der Berghofer Kreuzkirche stattfindet, entscheidet sich nach dem Festkonzert - es gibt nur noch einen Sänger im 1. Tenor.

"Eine Fusion möchten unsere älteren Mitglieder nicht mehr", weiß Sentheim. Viele haben noch den Zusammenschluss vom Männergesangverein Berghofen und dem Quartettverein Harmonie erlebt.

"Von den Emschertalsängern sind viele zu großen Chören wie dem Polizeichor gegangen. In einem kleinen Chor zu proben, ist anstrengender", bedauert Sentheim. Er hofft mit seinem Chor, dass bei dem Festkonzert noch ein paar Männer Gefallen an den Musicalmelodien und Liedern von Ernö Zoltan finden und mitsingen möchten - oder bei Konzerten aushelfen. Und dass der Saal noch einmal voll ist.

Karten für das Konzert im Freischütz gibt es an der Abendkasse oder bei Roland Sentheim, Tel. 0172 5 80 41 41.