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Schrei nach Gerechtigkeit

APLERBECK Der Protest gegen das Kinder- und Bildungsgesetz hält in den Stadtteilen an. Donnerstag holten die Kinder der Kindergärten des Stadtbezirks Aplerbeck tief Luft: in einer Schreiminute.

von Von Jörg Bauerfeld

, 25.10.2007
Schrei nach Gerechtigkeit

Eine Schreiminute als Protest. Kinder, Eltern und Beschäftigte von Kindertageseinrichtungen demonstrierten vor dem Amtshaus.

Wenn in Aplerbeck Markttag ist, geht es vor dem Amtshaus zumeist recht beschaulich und gemütlich zu. Donnerstag Gestern jedoch rieben sich die Marktbesucher zuerst verwundert die Augen, um sich kurze Zeit später die Ohren zuzuhalten. Über 200 Kinder der Kindertageseinrichtungen aus Aplerbeck samt Betreuerinnen machten es sich auf der großen Treppe bequem und drückten ihren Protest gegen das neue Kinderbildungsgesetz (Kibiz) aus - mit einer "Schreiminute." Egal ob städtische Träger, kirchliche Einrichtung oder private Elterninitiative. Dick eingemummelt warteten die Kinder auf das Signal zum Losschreien. "4, 3 , 2, 1 - und jetzt alle zusammen, lauter, lauter".

Punkt 10.31 Uhr ging der Krach los. Die Kinder schrieen und stampften aus Leibeskräften. Plakate wurden in die Höhe gehalten "KiBiz ist Mumpitz, Kibiz muss weg" oder "Wir wollen das KiBiz nicht" stand in großen Buchstaben auf den gelben Papptafeln. Rasseln und Trillerpfeifen unterstützen den Aufschrei der Kinder, die noch einmal sagen wollten "Hey, ihr da im Landtag in Düsseldorf, hört her, wir sind auch noch da."

Es sei, so eine Betreuerin, die Ignoranz der Politik, die die Mitarbeiter der Tageseinrichtung so verärgere und die Kinder, Eltern und Erzieher immer wieder auf die Straße treibe. Die Tatsache, dass gegen die Meinung von Fachleuten ein Gesetz durchgeboxt wird, das am Ende wieder die Jüngsten in der Gesellschaft trifft, macht auch Manuela Piechota, Leiterin der Kindertagesstätte Bergparte, sauer. "Unsere Fachlichkeit wird von den Politikern ignoriert. Wir befürchten finanziell Einbußen, die zu Lasten der qualitativen Erziehungs- und Bildungsarbeit gehen."

Besonders die Elterninitiativen als private Träger seien betroffen. Schließungen werden befürchtet. Die Politiker scheint's nicht zu stören. In Düsseldorf wurde das neue Kinderbildungsgesetz gestern verabschiedet. Für die Betreuerinnen der Kitas jedoch kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken - "wir kämpfen weiter."