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Schüler lernen ringen und raufen im Sportunterricht

Zur Teambildung

Ringen und raufen in der Schule: Was nach Streit auf dem Pausenhof klingt, gehört in Dorstfeld zum Sportunterricht. An der Wilhelm-Busch-Realschule lernen Kinder den fairen Zweikampf. Dabei verliert auch schon mal der Schulleiter Boden unter den Fußen.

DORSTFELD

, 07.03.2017
Schüler lernen ringen und raufen im Sportunterricht

Unterricht auf der Ringermatte haben die Schüler der Wilhelm-Busch Realschule. Gut gelaunt versuchen die Sechtsklässler, ihren Trainer Kurt Schroer niederzuringen.

Ein bisschen mulmig habe er sich schon gefühlt, gibt Schulleiter Carl Kuhmann zu, als ihn seine Schüler mitsamt Turnmatte in die Höhe wuchteten. „Aber ich hatte viel Vertrauen zu ihnen.“ Die Übung gehört zum Programm „Ringen und Raufen“, das seit vergangenem Jahr Unterrichtsbestandteil der Wilhelm-Busch-Realschule ist. Seinen Ursprung hat das Projekt „Ringen und Raufen“ im Deeskalationstraining.

Fair miteinander umgehen

„Kinder und Jugendliche sollen sich viel bewegen und ausgelastet sein“, erklärt Schulsozialarbeiter und Projektinitiator Rolf Thielmann. „Sie dürfen nur nicht auf unfaire Art aufeinander losgehen.“ Vielmehr wolle man den Schülern vermitteln, „fair und stark miteinander umzugehen“. Der Boxsportfan ist seit 25 Jahren Mitglied beim Dortmunder Boxsport 20/50. An seiner Seite: der erfahrene Ringer-Trainer Kurt Schröer vom AC Hörde 04. Regelmäßig besucht er die Realschule und übernimmt den Sportunterricht. Sein wichtigstes Ziel: die Teambildung.

Dazu dient auch die Übung mit Matte und Schulleiter. Nachdem sich Carl Kuhmann in die Mitte der Matte gestellt hat, umringen ihn die Schüler einer sechsten Klasse – und müssen sich dann genau an die Kommandos des Trainers halten: 1. An die Matte stellen, 2. Matte greifen, 3. hochhalten. Beim letzten Punkt müssen die Größeren auf ihre kleineren Kameraden achten, damit Matte und Direktor nicht in Schieflage geraten. Dann wird erneut bis drei gezählt und die Matte losgelassen. Bei der Landung gerät Kuhmann zwar leicht ins Straucheln, die Übung kann aber, vor allem weil es der ersten Versuch war, als Erfolg gewertet werden.

Zusammen sind wir stark

Der elfjährige Jamie ist schon mal sehr beeindruckt von dieser neuen Art des Sportunterrichts: „So etwas haben wir vorher noch nie gemacht.“ Mitschülerin Luna (11) ergänzt: „Wir lernen, was es heißt, ein Team zu sein. Allein hätten wir die Matte nie heben können.“ Und fügt naseweis hinzu: „Ein Haus steht ja auch nicht auf nur einem Brett.“

Außerdem vermitteln Thiemann und Schröer, was in ihren Kampfsportarten besonders wichtig ist: der faire Zweikampf. „Es gibt ein umfangreiches Regelwerk“, sagt der Ringer. „Und wenn man sich daran hält, macht die Auseinandersetzung den Kindern auch nichts aus.“ So lernten sie eine vernünftige Streitkultur kennen.

 

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