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Schulen haben zu wenig Platz für Flüchtlinge

Stadt steht vor Problemen

Als in Bochum in den vergangenen Jahren ein Schulstandort nach dem anderen geschlossen wurde, war nicht absehbar, dass sich die Zahl der zugewiesenen Flüchtlinge vervielfachen würde. Jetzt steht die Stadt vor großen Problemen: Schulpflichtige Flüchtlinge müssen hier zur Schule gehen können. Doch um sie unterbringen zu können, fehlt schlicht der Platz.

BOCHUM

, 29.01.2015
Schulen haben zu wenig Platz für Flüchtlinge

Immer mehr schulpflichtige Flüchtlingskinder kommen nach Bochum - doch an den Schulen gibt es nicht genug Platz, um sie alle angemessen unterrichten zu können.

Die Stadt muss sparen. Im Zuge des Haushaltssicherungskonzeptes wurden Schulen geschlossen und zusammengelegt, sanierungsbedürftige Gebäude abgestoßen. Zugleich kommen mehr Flüchtlinge und Zuwanderer nach Bochum, darunter schulpflichtige Kinder und Jugendliche. Und die Kommunen sind gesetzlich dazu verpflichtet, diese Kinder sofort schulisch zu betreuen.

Keine Container verfügbar

„Rund 1000 schulpflichtige Flüchtlinge im Jahr“ kommen neu nach Bochum, sagt Anette Eichler vom Schulverwaltungsamt. Für die stehen aber derzeit nur rund 40 Auffangklassen zur Verfügung. Der Rest muss auf Regelklassen verteilt werden. Bei den Jüngsten sei das kein sonderlich großes Problem, sagt Eichler. „In Grundschulen werden eben einfach die Klassen größer.“

Doch für eine vernünftige Beschulung älterer Schüler fehlen die Räume. In Bochum wurden in den vergangenen sieben Jahren 19 Schulstandorte geschlossen. Das macht sich nun in der Flüchtlingsarbeit deutlich bemerkbar. Eine simple Lösung wäre der Umbau von Wohncontainern zu Schulräumen. „Aber es gibt derzeit keine Container mehr, da die alle schon genutzt werden“, so Eichler. 

Auf Gesamtschulen verteilt

Ohnehin fehle für eine solche Lösung das Geld. Deshalb werden die jungen Menschen, unter denen sowohl Zuwanderer als auch unbegleitete Flüchtlinge sind, auf die Regelschulen verteilt, insbesondere auf die Gesamtschulen. Dort werde dann, ähnlich wie in den Grundschulen, das „Go-In-Prinzip“ praktiziert. Das bedeutet, dass die Schüler am normalen Unterricht teilnehmen, aber zusätzlichen Sprachunterricht bekommen.

Lehrer macht sich Sorgen

An den betroffenen Schulen sorgt das nicht für Begeisterung: „Wir machen uns große Sorgen, dass wir die Flüchtlinge nicht ausreichend fördern können und zugleich unsere eigenen Schüler nicht mehr im gewohnten Tempo unterrichten können“, erzählt ein Gesamtschullehrer, der namentlich nicht genannt werden möchte. Eine Integration von Zuwanderern in Regelklassen habe es allerdings immer schon gegeben, heißt es aus dem Schulverwaltungsamt. Trotzdem wird die Raumnot bei einer anstehenden Regionalkonferenz mit der Bezirksregierung Thema sein. Die Verwaltung arbeite außerdem daran, aufgegebene Schulgebäude wieder in Betrieb zu nehmen. 

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