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Schwaches Pfund nach Brexit-Beschluss erwischt Ryanair

Dublin/London (dpa) Easyjet und der British-Airways-Dachkonzern IAG hatten bereits reagieren müssen - nun ist es auch für den Konkurrenten Ryanair so weit. Wie stark lässt der einbrechende Pfund-Kurs die Gewinne der Fluggesellschaften wegen des Brexits wirklich schrumpfen?

Schwaches Pfund nach Brexit-Beschluss erwischt Ryanair

Ryanair-Flugzeuge auf dem Flughafen Berlin-Schoenefeld. Foto: Bernd Settnik

Der Niedergang des britischen Pfunds zwingt jetzt auch den irischen Billigflieger Ryanair, seine Gewinnziele deutlich zu kappen.

Nachdem der Rivale Easyjet und die British-Airways-Mutter IAG ihre Erwartungen schon kurz nach dem Brexit-Votum Ende Juni zusammengestrichen hatten, drückte Ryanair-Chef Michael O'Leary seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr. Im Juli hatte das Management bereits vor den Folgen des geplanten EU-Austritts Großbritanniens gewarnt - und auch die Angst der Kunden vor Terroranschlägen als Bedrohung für den Geschäftsverlauf genannt.

An der Börse löste die neueste Gewinnwarnung jedoch keinen Kursrutsch aus. Am späten Vormittag lag die Ryanair-Aktie sogar mit 2,37 Prozent im Plus bei 12,10 Euro. Die Senkung des Gewinnziels falle mild aus, wenn man sie mit einigen Konkurrenten vergleiche, meinte der Experte Robin Byde vom Londoner Analysehaus Cantor Fitzgerald.

Für das laufende Geschäftsjahr bis Ende März 2017 erwartet die Ryanair-Spitze nun noch ein Gewinnplus von 7 Prozent auf 1,30 bis 1,35 Milliarden Euro. Im Sommer hatte das Management eine Steigerung um 12 Prozent auf 1,375 bis 1,425 Milliarden Euro angepeilt.

Doch der jüngste Kursrutsch beim britischen Pfund überraschte auch Ryanair. Im zweiten Geschäftshalbjahr von Oktober bis März dürften die Ticketpreise dadurch stärker fallen als bisher gedacht, räumte das Unternehmen ein. Im Schnitt dürften sie im Jahresvergleich um 13 bis 15 Prozent sinken. Bisher hatte der Billigflieger mit einem Preisverfall um 10 bis 12 Prozent gerechnet. Immerhin sänken auch die Kosten etwas mehr als zunächst gedacht, hieß es weiter.

Das Großbritannien-Geschäft hat für die Iren eine große Bedeutung. Ryanair erziele in diesem Jahr voraussichtlich 26 Prozent des Umsatzes im Vereinigten Königreich, hieß es. O'Leary hat wegen des erwarteten EU-Austritts des Landes bereits angekündigt, die für das kommende Geschäftsjahr erwarteten 50 neuen Flugzeuge nur zum Ausbau des Geschäfts außerhalb Großbritanniens einzusetzen.

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