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Ikea streicht Projekte im Ruhrgebiet

Schwedischer Möbelriese will in Zukunft auf Innenstädte setzen

RUHRGEBIET Ikea hat seine Pläne für neue Standorte im Ruhrgebiet über den Haufen geschmissen. Die neuen Häuser sollen möglichst gut erreichbar sein, wie zum Beispiel in der Innenstadt. Während einige Städte ihre Hoffnungen begraben können, können sich andere über große Chancen freuen.

Schwedischer Möbelriese will in Zukunft auf Innenstädte setzen

Ikea möchte seine neuen Einrichtungshäuser in der Innenstadt unterbringen, wie hier in Hamburg-Altona. Foto: dpa

Ikea will in Deutschland näher an die Kunden ran und stampft seine bisherigen Pläne für einige Standorte ein. Der schwedische Möbelriese streicht dabei auch Projekte im Ruhrgebiet. Vom Tisch ist das geplante Haus in Bottrop. „Die dezentrale Lage des Grundstücks abseits des Stadtzentrums ist nicht mehr zukunftsfähig“ sagte Johannes Ferber, Expansionschef von Ikea Deutschland.

Neben dem Neubau des bestehenden Hauses in Essen ist weiterhin eine Neuansiedlung in Bochum oder Herne vorgesehen, ein langfristig angedachter Standort in Castrop-Rauxel ist hingegen vom Tisch. „Im Ruhrgebiet bewertet Ikea das Potenzial inzwischen anders als noch vor ein paar Jahren“, sagte Ferber.

„Neue Märkte werden künftig vor allem in den Innenstädten und Metropolregionen entstehen. Format und Größe werden unterschiedlich sein“, sagte der Ikea-Manager. „Wichtig ist eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Auch Kunden ohne Auto müssen uns gut erreichen können.“

„Wir wollen individuelle Standorte entwickeln, zum Beispiel ohne komplettes Warenlager“, sagte Ferber. Vorstellbar seien Ikea-Stores in der Fußgängerzone, einem Warenhaus oder einem Einkaufszentrum. Erste Erfahrungen in der Innenstadt hat Ikea seit 2014 mit dem City-Store in Hamburg-Altona gesammelt.

Büros oder Wohnungen sollen auf dem Dach der Einrichtungshäuser entstehen

Bei neuen Projekten in den Innenstädten kann sich der Möbelriese auch zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten vorstellen, zum Beispiel Büros oder Wohnungen auf dem Dach eines Ikea-Hauses. „Wir trauen uns zu, solche Modelle zu entwickeln. Umgesetzt werden sollten sie dann mit lokalen Partnern“, sagte Ferber.

Auch wenn Ikea in Deutschland künftig in die Innenstädte strebt, die bestehenden Häuser außerhalb der Zentren werden Ferber zufolge weiter eine wichtige Rolle spielen. „Die Kunden möchten sich Möbel ansehen und ausprobieren und später vielleicht online bestellen. Wichtig ist für uns eine enge Verzahnung von stationärem und Online-Handel“.

Ikea plant neue Verteilzentren in Deutschland

Sechs Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet Ikea Deutschland inzwischen online und verzeichnet jährlich zweistellige Zuwachsraten. Um die Lieferzeiten bei Online-Bestellungen zu verkürzen, plant Ikea mittelfristig sechs bis neun neue Verteilzentren in Deutschland. Dafür sollen 300 bis 400 Millionen Euro investiert werden.

Der Möbelhändler war im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/2017 (31. August) in Deutschland nicht mehr so schnell gewachsen wie zuvor. Auf ihrem wichtigsten Einzelmarkt setzten die Schweden knapp 4,9 Milliarden Euro um, was einen Zuwachs von 2,4 Prozent bedeutete. Zuvor hatte Ikea Deutschland ein Wachstum von 7 Prozent geschafft.

von dpa

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