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Schweinestall als Opernhaus: Dorfbewohner machen Theater

Klein Leppin (dpa) Bewohner des Dorfes Klein Leppin in Brandenburg führen in diesem Jahr erneut eine Oper auf - und als Schauspielhaus fungiert wieder der ehemalige Schweinestall im Dorfzentrum.

Gemeinsam mit Profis bringen die Bürger am 23. und 24. Juni die Verwechslungskomödie «Der Wildschütz oder die Stimme der Natur» von Albert Lortzing (1801-1851) auf die Bühne. In diesem Jahr steht die Bühne allerdings nicht im Stall, sondern aus Platzgründen davor. «Der Wildschütz» ist bereits die achte Opern-Inszenierung in dem rund 70 Einwohner zählenden Dorf in der dünn besiedelten Prignitz.

Das Festspielorchester besteht aus Musikern des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin unter der Leitung von Steffen Tast. Dieser hat das Opernprojekt mit seiner Frau Christina initiiert. Im Opernchor singen hauptsächlich Laien aus Klein Leppin und Umgebung, darunter Rentner, Schüler, Ärzte und Landwirte. Darüber hinaus sind Nachwuchssänger der Berliner Universität der Künste dabei. Regie führt Mira Ebert, die bereits Projekte an der Semperoper in Dresden und der Stuttgarter Oper verantwortet hat.

Das vor 18 Jahren aus Berlin zugezogene Ehepaar Tast stellt mit den Klein Leppinern, anderen Laien aus der Umgebung und Profis seit Jahren an je einem Sommerwochenende ein Werk mit etwa 100 Mitwirkenden auf die Beine. Der Vorhang öffnete sich bereits für «Romeo und Julia», den «Freischütz», «Orpheus und Eurydike» oder auch den «Sommernachtstraum» und «King Arthur».

Die Idee für das Projekt «Dorf macht Oper» hat sich im Laufe der Zeit entwickelt. Musikerkollegen von Steffen Tast gaben zunächst kleine Garten-Konzerte. «Uns war es aber immer wichtig, nicht als die Berliner aufzutreten, die den Leutchen im Dorf die große Kunst zeigen», sagt Tast.

Die Dorfbewohner hätten zunächst mit «Brandenburger Skepsis» reagiert, erzählt die gebürtige Sachsen-Anhaltinerin Christina Tast. Nur wenige hätten einen Bezug zur Oper gehabt. Doch das Paar konnte die Bedenken ausräumen. Große Zuschüsse bekommen sie nicht. Aus der Gemeindekasse gibt es pro Jahr 200 Euro. Die «Opernleute» dürfen zudem kostenlos in der Schule im benachbarten Glöwen proben. Mangels passender Räumlichkeiten bauten die Klein Leppiner den leerstehenden Schweinestall im Dorfzentrum aus. Mal wird im Stall gespielt, mal davor oder auch woanders im Dorf - je nachdem, was das Stück verlangt.

Dorf macht Oper

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