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Mann erlag Verletzungen

Schweres Zugunglück fordert elftes Todesopfer

BAD AIBLING Nach dem schweren Zugunglück von Bad Aibling ist die Zahl der Toten am Donnerstag auf elf gestiegen. Ein 47 Jahre alter Mann aus dem Landkreis München erlag in einer Klinik seinen Verletzungen, wie die Polizei mitteilte. Unterdessen ist die Bergung der Zugwracks nicht nur schwierig, sondern auch gefährlich.

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Mit einem Spezialkran werden die Waggons der verunglückten Züge angehoben. Foto: Peter Kneffel

Die Züge waren auf der eingleisigen Strecke frontal eineinander gerast. Foto: Peter Kneffel

Heruntergelassene Jalousien versperren am Bahnhof in Bad Aibling den Blick in das Fahrdienstleiter-Stellwerk. Foto: Uwe Lein

Blick auf die Unfallstelle: Es war das schwerste Zugunglück in Bayern seit mehr als 40 Jahren. Foto: Sven Hoppe

Erste Ermittlungen hatten ergeben, dass die Tragödie im oberbayerischen Bad Aibling durch menschliches Versagen ausgelöst worden war. Foto: Sven Hoppe

Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf die Suche nach der genauen Unglücksursache. Foto: Sven Hoppe

Polizisten und Helfer der Feuerwehr an der Unfallstelle in der Nähe von Bad Aibling. Foto: Sven Hoppe

Rettungskräfte an der Unfallstelle. Foto: Peter Kneffel

Frontalzusammenstoß auf eingleisiger Strecke: Rettungskräfte an der Unfallstelle in der Nähe von Bad Aibling. Foto: Uwe Lein

Ein Luftretter seilt sich an der Unfallstelle aus einem Rettungshubschrauber ab. Foto: Uwe Lein

Seehofer will sich am Unglücksort der Zugkatastrophe von Bad Aibling ein Bild von der Situation machen. Foto: Sven Hoppe/Archiv

Rettungskräfte untersuchen einen zerstörten Wagon. Foto: Josef Reisner

Die Aufräumarbeiten nach dem Zugunglück in Bad Aibling kommen nur langsam voran - auch die Ermittlungen nach der Ursache der verheerenden Kollision sind noch lange nicht am Ende. Während die Experten am Donnerstag Signale untersuchen, Beteiligte befragen und die Wracks auseinanderzogen, steht für die Betroffenen die psychische Bewältigung der Katastrophe im Vordergrund.

Schweigeminute und Gottesdienste

Der Betreiber der betroffenen Mangfalltalbahn rief zu einer Schweigeminute auf. In allen Bahnen und Bussen des französischen Mutterkonzerns Transdev und seinen Tochterunternehmen weltweit sollte innegehalten werden. Für das Wochenende ist in Bad Aibling zudem ein ökumenischer Gottesdienst geplant, ein weiterer speziell für die Rettungskräfte soll folgen.

Bad Aibling Bei einem schweren Zugunglück in Oberbayern in der Nähe von Bad Aibling gab es mindestens vier Tote. Über 100 Menschen wurden verletzt. Die Rettung gestaltete sich schwierig, die Helfer versuchen, die Verletzten schnellstmöglich zu bergen.mehr...

Die Fachleute arbeiten derweil mit schwerem Gerät an der Bergung der Zugwracks. Am Donnerstag zogen sie fünf noch fahrfähige Waggons zu den jeweils nächstgelegenen Bahnhöfen. Die Arbeiten sollen nach Angaben der Deutschen Bahn spätestens am Sonntag abgeschlossen werden. Der Betreiber der betroffenen privaten «Meridian»-Züge, die Bayerische Oberlandbahn, ist optimistischer: «Wir rechnen damit, dass die Arbeiten noch ein, zwei Tage dauern werden, wahrscheinlich bis Samstag», sagte Geschäftsführer Bernd Rosenbusch.

Suche nach Fahrtenschreiber geht weiter

Den dritten, noch vermissten Fahrtenschreiber konnten die Beteiligten zunächst nicht finden. «Es geht sehr langsam voran, weil es sehr schwierig ist, diese beiden ineinander verkeilten Zuggarnituren voneinander zu trennen», erläuterte ein Polizeisprecher.

Die Arbeiten sind nicht ungefährlich: «Da ist ja unheimlich viel Energie in dem Metall gespeichert, und wenn die Wracks auseinandergezogen werden, könnte es sein, dass ein Metallteil wie ein Pfeil weggeschleudert wird.» Die Aufräumarbeiten werden auch dadurch erschwert, dass die Unglücksstelle in einem Waldstück an einer Hangkante liegt, die steil zu einem Kanal abbricht.

Zwei Tage nach dem Unglück auf der eingleisigen Strecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim erlag einer der Schwerverletzten am Donnerstag seinen Verletzungen. Nach aktuellem Stand sind noch 20 Schwerverletzte und 62 Leichtverletzte zu beklagen. Die Bayerische Oberlandbahn hat unterdessen bestätigt, dass sich neben den beiden Lokführern und einem Lehr-Lokführer noch ein weiterer Mitarbeiter in den Zügen befunden habe.

Zehntes Opfer identifiziert

Derweil wurde das zuvor noch nicht bekannte zehnte Todesopfer identifiziert. Es handelt sich um einen 38-jährigen Mann aus dem brandenburgischen Landkreis Spree-Neiße, wie die Polizei mitteilte. 

Die Frage nach der Ursache stand für viele auch am Donnerstag im Mittelpunkt. Ergebnisse gab es aber noch keine. «Wir haben zwei Komponenten, in denen wir ermitteln: Die technische Seite und die menschliche Seite», erläuterte ein Polizeisprecher. Derzeit würden die Signalanlagen untersucht und die zwei bereits gefundenen Blackboxes ausgewertet. «Wenn man zu dem Ergebnis käme, dass es keine Hinweise auf technisches Versagen gäbe, würde man die Ermittlungen eher auf die menschliche Seite richten.» Doch derzeit gebe es noch keine Hinweise, in welche Richtung sich der Fokus verschieben werde.

 

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Mit einem Spezialkran werden die Waggons der verunglückten Züge angehoben. Foto: Peter Kneffel

Die Züge waren auf der eingleisigen Strecke frontal eineinander gerast. Foto: Peter Kneffel

Heruntergelassene Jalousien versperren am Bahnhof in Bad Aibling den Blick in das Fahrdienstleiter-Stellwerk. Foto: Uwe Lein

Blick auf die Unfallstelle: Es war das schwerste Zugunglück in Bayern seit mehr als 40 Jahren. Foto: Sven Hoppe

Erste Ermittlungen hatten ergeben, dass die Tragödie im oberbayerischen Bad Aibling durch menschliches Versagen ausgelöst worden war. Foto: Sven Hoppe

Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf die Suche nach der genauen Unglücksursache. Foto: Sven Hoppe

Polizisten und Helfer der Feuerwehr an der Unfallstelle in der Nähe von Bad Aibling. Foto: Sven Hoppe

Rettungskräfte an der Unfallstelle. Foto: Peter Kneffel

Frontalzusammenstoß auf eingleisiger Strecke: Rettungskräfte an der Unfallstelle in der Nähe von Bad Aibling. Foto: Uwe Lein

Ein Luftretter seilt sich an der Unfallstelle aus einem Rettungshubschrauber ab. Foto: Uwe Lein

Seehofer will sich am Unglücksort der Zugkatastrophe von Bad Aibling ein Bild von der Situation machen. Foto: Sven Hoppe/Archiv

Rettungskräfte untersuchen einen zerstörten Wagon. Foto: Josef Reisner

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