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Alle Kinder sollen schwimmen lernen

SCHWERTE Schwimmen ist eine Überlebenstechnik. „Jedes Kind sollte es können“, sagt Renate Goeke, Leiterin der Friedrich-Kayser-Grundschule. Nur leider ist das nicht so.

von von Hilke Schwidder

, 27.08.2008
Alle Kinder sollen schwimmen lernen

So wünscht es sich das Land: Schwimmen lernen mit Spaß.

Immer weniger Jungen und Mädchen sind am Ende ihrer Grundschulzeit in der Lage, sich aus eigener Kraft über Wasser zu halten. Ein Drittel der Drittklässer kann nicht schwimmen. Das geht aus einer Erhebung hervor, die das Land NRW im Rahmen des Programms „Schwimmen lernen und schwimmen können – gut und sicher“ durchgeführt hat.Schwimm-AG

Die Friedrich-Kayser-Schule bietet schon länger für die Nichtschwimmer unter ihren Schülern gezielt eine Arbeitsgemeinschaft an. „Vor jedem Schwimmen kommt die Wassergewöhnung“, erklärt Renate Goeke. Spielerisch lernen die Kinder das Element Wasser kennen, sie erleben den Auftrieb und erfahren, dass sie sich auf dem Wasser treiben lassen können. Erst wenn alle Hemmungen und Ängste überwunden sind, beginnt der Unterricht in den Schwimmtechniken. „Denn wenn ich Angst habe, mich aufs Wasser zu legen, bin ich verkrampft und kann erst recht keinen Schwimmstil erlernen“, berichtet Renate Goeke.

Es sei sinnvoll, dass sich Kinder so früh wie möglich mit dem Element Wasser auseinander setzen. „Dann haben sie noch keine schlechten Erfahrungen gemacht, die sie mühsam verarbeiten müssten“, sagt Renate Goeke. Die Ursache für die wachsende Zahl an Nichtschwimmern unter den Grundschülern sieht sie im veränderten Freizeitverhalten der Kinder. „Früher war es ein Höhepunkt, ins Schwimmbad zu gehen“, erinnert sie. „Heute gibt es so viele Angebote, dass das Schwimmen viele offenbar nicht mehr so reizt.“ 14 Kinder aus Klasse vier besuchen zur Zeit die Schwimm-AG der Friedrich-Kayser-Grundschule. In den ersten und zweiten Klassen gibt es ein Angebot für Schwimmer. Und in Klasse drei findet regulärer Schwimm-Unterricht statt. Dazu gehören speziell ausgebildete Sportlehrer – wie sie das Landesprogramm mit dem in diesem Monat erschienen Papier „Schwimmen lernen und schwimmen können“ empfiehlt.

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