Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Bären und Eulen aus Holz im Westhofener Wald

Der Schwerter Kai Mathias schnitzt Figuren und Gesichter

Wenn Kai Mathias Holz zersägt, geht es meist nicht um Brennmaterial für den Ofen. Er behandelt das Material in liebevoller Kleinarbeit und hat so schon viele winzige und riesige Gestalten entstehen lassen.

WESTHOFEN

, 08.03.2018
Bären und Eulen aus Holz im Westhofener Wald

Kai Mathias vor einem seiner gesägten Bäume. © Maren Carle

Stolz und aufrecht sitzt er neben seiner aus einem Baumstumpf gesägten Eule und einem Bärenkopf und lächelt in die Kamera. Kai Mathias schnitzt seit circa vier Jahren mit einer Kettensäge Tiere, Herzen und andere Figuren aus Holz. Was ihm am so genannten „Chainsaw-Carving“ besonders gut gefällt? „Die Faszination dieser Kunstform ist für mich, dass etwas so Filigranes aus einem Stück Stammholz und einem so brachialen Werkzeug wie einer Kettensäge entstehen kann.“ Angefangen hat alles vor vier Jahren bei Kai Mathias zu Hause auf dem Hof. „Damals habe ich als erstes ein kleines Herz aus Holz gesägt, darüber hat sich meine Freundin so gefreut, dass ich weiter gemacht und auch richtige Herzen zum Beispiel für Hochzeiten gemacht habe.“

Mit viel Übung, Büchern und einigen You-Tube-Videos sei er dann immer besser und schneller geworden und habe sich auch an größere Projekte gewagt. „Am Anfang habe ich noch zwei Wochen für einen Bären gebraucht, mittlerweile habe ich den innerhalb von einem Tag fertig.“ Die Kettensäge, mit der Mathias sägt, ist vorne spitzer und nicht so rund wie ein herkömmliches Modell.

„Ich habe fünf Sägen, die gibt es auch in ganz unterschiedlichen Größen“, berichtet Kai Mathias. „Für das Grobe am Anfang nimmt man erst die große Säge, für die Feinheiten am Ende die ganz kleine.“ Wie ansonsten zum Beispiel eine Eule gemacht wird? „Ganz einfach: Alles wegschneiden, was nicht nach Eule aussieht“, sagt er grinsend. Früher habe er sich da viel mehr Gedanken drum gemacht, heute säge er einfach drauf los, habe die Vorstellungen bereits im Kopf „und wenn etwas falsch oder zu viel ab ist, dann mache ich einfach was anderes draus.“

Figuren im Wald

Auch im Wald in der Nähe der Westhofener Vogelschießanlage der Schützen hat Kai Mathias unterschiedliche Figuren in Bäume gesägt. So unter anderem die Eule und den Bärenkopf. „Ich habe zunächst natürlich mit dem Forstwirt Andreas Weber gesprochen. Eigentlich wollte ich einen großen Adler oder einen Bären machen, das ging aber leider nicht, da ich den Baum nicht kürzen durfte.“

Bären und Eulen aus Holz im Westhofener Wald

Ein Bärenkopf und eine Eule blicken den Besuchern im Wald in der Nähe der Westhofener Vogelschießanlage der Schützen entgegen. © Bernd Paulitschke

Am liebsten sägt Kai Mathias Tiki-Masken in die Bäume: „Das macht mir am meisten Spaß!“ Auch das Haus von Mathias ist voller Holzfiguren. Und auch seine Nachbarn haben schon einige Figuren geschenkt bekommen – damit sie ihm den lauten Lärm verzeihen. „Der eine hat einen Bären bekommen, der andere eine Eule, das Sägen ist nämlich schon echt laut. Zum Glück sägen meine Nachbarn aber auch häufig Holz für ihre Öfen und sind da sehr tolerant.“

Das Hobby, das hier in der Umgebung nicht ganz so bekannt ist, ist in Süddeutschland viel bekannter und ausgeprägter. „Es gibt auch verschiedene Wettbewerbe und Events, wie zum Beispiel Speed-Carving-Events oder auch jedes Jahr Pfingsten den Husky-Cup, bei dem habe ich auch schon zugeschaut, das war echt faszinierend. Es gab viele beeindruckende und riesige Tiere, ein Bison-Büffel zum Beispiel war um die vier Meter groß.“ Bilder von diesem Event und Fotos von allen möglichen Werken von Kai Mathias gibt es auf seiner Homepage unter

Bilder von diesem Event und Fotos von allen möglichen Werken von Kai Mathias gibt es auf seiner Homepage.
Lesen Sie jetzt