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Bello stört im Fest-Stress

WESTHOFEN Manche wünschen sich ein Tier unter dem Weihnachtsbaum. Andere wollen es vor dem Fest wieder los sein. So wie jüngst Minischwein Hertha. RN-Redakteur Reinhard Schmitz traf Katharina Seelig (30), Sprecherin des Tierschutzvereins.

12.12.2007
Bello stört im Fest-Stress

Katharina Seelig: Für die Tierheim-Bewohner gibt es nicht nur Leckerlis zu Weihnachten.

Hallo Frau Seelig. Wie geht es Hertha? Seelig: Sie hat schon ein neues Zuhause auf einem Mini-Bauernhof. Dort lebt sie mit anderen Schweinchen sowie Ziegen und Ponys. Leider haben nicht alle Ihre Schützlinge so viel Glück. Wie ist der aktuelle Bestand? Seelig: Wir haben zehn Hunde, fünf Meerschweinchen und sechs Kaninchen. Sie passen schon nicht mehr alle in den Kleintierraum, so dass wir in einen der drei Katzenräume ausweichen mussten. Befürchten Sie, dass zu Weihnachten noch mehr Tiere ausgesetzt werden? Seelig: Das Problem liegt mittlerweile vor Weihnachten. Das Fest ist mit viel Stress verbunden. Es sieht so aus, als ob manche Leute dann das Gefühl bekommen: Das Tier muss weg. Es wird mir zu viel. Oft sind solche Tiere unüberlegt gekauft worden, beispielsweise als Weihnchtsgeschenk. Seelig: Mittlerweile sind die Leute glücklicherweise vernünftiger geworden. Vielleicht liegt es mit daran, dass man weniger Geld hat, um sich ein Tier zuzulegen. Das ist immer ein Kostenfaktor, zum Beispiel bei Futter oder Tierarzt. Aber das ist nicht der einzige Grund, warum die Anschaffung gut überlegt sein will? Seelig: Wir fragen immer, ob sich die Interessenten der Verantwortung bewusst sind, dass man mit einem Tier eine längere Zeitspanne zusammenleben muss. Jeden Tag braucht es einige Stunden Aufmerksamkeit.   Wie alt werden Haustiere eigentlich? Seelig: Für einen Hund sollte man 16 Jahre einplanen, Katzen werden bis zu 20 Jahre alt. Bis dahin ist das Kind, für das sie gekauft wurden, schon gar nicht mehr im Haus. Das geben wir immer jungen Familien zu überlegen, die einen Welpen wollen. Richten Sie zu den Weihnachtsfeiertagen einen Notdienst im Tierheim ein? Seelig: Wir arbeiten mit der Polizei zusammen. Die Beamten haben einen Schlüssel vom Fundtierheim. Dort stehen Futter, Wasser und ein Körbchen. Und um 7 Uhr kommt dann ein Angestellter und schaut nach. Ganz wie im normalen Sonntagsdienst. Geht Weihnachten ganz spurlos am Tierheim vorbei? Seelig: Wir müssen gestehen: Unsere Tiere bekommen auch Geschenke. Für die Hunde gibt es Parmaschinken-Knochen, für die Katzen Delikatess-Pastetchen und für die Kleintiere Stangen zum Abnagen. Also spricht nichts gegen Weihnachtsgeschenke für Tiere? Seelig: Das machen sehr, sehr viele Leute. Das Tier ist mittlerweile ein Familienmitglied. Da spricht nichts gegen ein Leckerchen oder ein gebasteltes Spielzeug für das Kleintier. Wir haben hier sogar einen Adventskalender für unsere Tiere hängen. Den hat eine Hunde-Ausführerin gebastelt. Was steht auf dem Wunschzettel des Tierheims? Seelig: Nicht so viele ausgesetzte Tiere. Und dass die Menschen vernünftig mit ihnen umgehen. Es gibt immer noch so viele Fälle, wo Menschen Tiere schlagen und misshandeln.

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