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Besuch vom Polit-Profi Klaus Wowereit

SCHWERTE Eine geschliffene programmatische Rede in Hochdeutsch, das Gespräch mit den einzelnen Genossen vor Ort mit dezentem Berliner Akzent. Klaus Wowereit ist Politprofi. Und wenn die Genossen vor Ort etwas von dem hohen Besuch aus Berlin lernen konnten, dann dies: Politik hat viel mit Präsentation zu tun.

von Von Heiko Mühlbauer

, 31.08.2008
Besuch vom Polit-Profi Klaus Wowereit

Klaus Wowereit (l.) wird von Manfred Althaus begrüßt.

Und in diesem Metier gehört der Regierende Bürgermeister von Berlin zu den ganz Großen seiner Zunft. Im dunklen Jacket mit halb offenem Hemd bestieg „Wowi“ nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des SPD-Unterbezirks, Oliver Kaczmarek, die Bühne der Rohrmeisterei zur kommunalpolitischen Konferenz von Stadtverband und Unterbezirk.

Es folgten 45 Minuten Programmatisches: Kein Spielraum für Steuersenkungen, Abschaffung der Studiengebühren und Reform des Schulsystems. „Wowi“ kennt das Parteiprogramm und kann es auch gut verkaufen. Nach rechts gewandt: die Forderung, erneut einen Anlauf für ein NPD-Verbot zu unternehmen. Nach links die Erklärung: „Wir sind das Original und nicht die Linke.“ Allerdings dann schnell die Einschränkung, dass die Linke ja nicht überall gleich sei und deshalb die Hessen ganz alleine entscheiden müssten, ob ihre Linkspartei für eine Regierungsmehrheit tauge.

Der Mann muss es wissen, schließlich wird Berlin auch von einem rot-roten Bündnis regiert. Im letzten Drittel der Rede folgt eine generelle Medienschelte: „Von der Presse bekommen wir keinen Blumentopf, höchstens an den Kopf geworfen.“ Dann ging es über zur Talkshow mit Landrat Michael Makiolla und Schwertes SPD-Chef Dirk Kienitz. „Starke Städte, starke Kreise“, lautete das aktuelle Thema angesichts der bedrohlichen Finanzsituation vieler Kommunen.

Und auch hier zeigte sich Wowereit souverän, verhehlt nicht, dass er als Ministerpräsident in einem Stadtstaat bei der Mittelverteilung an anderer Stelle steht als die normalen Kommunen. Nur beim leidigen Thema „Soli“ weicht er aus. Ob der denn nur in Richtung Osten fließen müsse angesichts der Probleme hier im Ruhrgebiet, wollte Moderator Maik Luhmann wissen und erhielt nur ausweichende Antworten. Erst auf Nachfragen beim Minipressegespräch nach dem Termin legte der Regierende Bürgermeister sich dann fest: „Der Soli steht für die neuen Länder nicht in Frage.“ Aber das sagt er so deutlich nur der Presse, denn von der ist ja bekanntlich kein Blumentopf zu erwarten. 

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