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Bürgerantrag fordert flächendeckenden Schutz für Radfahrer

Straßenverkehr

Dr. Matthias Geck ist überzeugt, Straßenmarkierungen können Radfahrer in Schwerte schützen. Ausgerechnet der ADFC glaubt, das geht nicht immer..

Schwerte

, 30.08.2018
Bürgerantrag fordert flächendeckenden Schutz für Radfahrer

An der Wittekindstraße gibt es schon Schutzstreifen für Radfahrer. Paulitschke © Bernd Paulitschke

Fahrradfahrer haben es in Schwerte oft nicht leicht. Neben einigen erheblichen Steigungen, die man zurücklegen muss, ist auch das Netz der Fahrradwege vor allem auf Hauptrouten begrenzt.

Deshalb fordert Dr. Matthias Geck in einem Bürgerantrag Rat und Verwaltung dazu auf, übergangsweise zumindest Markierungen auf den Straßen aufzubringen, um Radfahrer zu schützen. Seine Forderung, die am 5. September im Ausschuss für Bürgeranregungen und Beschwerden des Rates auf der Tagesordnung steht: „Auf alle Straßen in der Stadt Schwerte (Bundes-, Landes-, Kreis- und städtische Straßen ohne Fahrradwege oder von Fahrrädern befahrene Randstreifen mit mehr als begrenztem Anliegerverkehr) werden kurzfristig und sukzessive gestrichelte Linien zum Schutz des Fahrradverkehrs aufgetragen.“

Striche sind schneller als Radwege umgesetzt

Um neue Radwege zu errichten, bedürfe es eines langwierigen Planungs- und Umsetzungsverfahrens, so der Antragsteller. Die Markierungen seien daher eine kurzfristig umsetzbare Lösung für Radfahrer. „Die Maßnahme zielt darauf ab, dem Kraftverkehr klare Signale zu setzen“, so Geck.

Ob die Stadt ohne Weiteres Markierungen auf Straßen des Kreises oder des Landes anbringen darf, muss noch geklärt werden. Der Städtische Rechtsrat, Carsten Morgenthal, erklärte am Dienstag auf Anfrage: „Ich gehe davon aus, dass dies nur im Benehmen mit dem jeweiligen Baulastträger der Straße möglich ist, wir werden das aber klären.“

Schutzstreifen darf nicht zugeparkt werden

Schutzstreifen für Radfahrer gibt es auch in der Straßenverkehrsordnung. So ein Streifen für Fahrräder ist nach ihren Vorschriften aber nur dann gültig, wenn er durch ein auf die Fahrbahn gemaltes Fahrradpiktogramm ausgewiesen ist. Der Schutzstreifen darf dann vom Autofahrer nur in Ausnahmesituationen befahren und vor allem nicht zugeparkt werden. Im Regelwerk Empfehlungen für „Radverkehrsanlagen“ werden mindestens 1,25 breite Streifen verlangt, die dann laut Straßenverkehrsordnung zudem mindestens noch 4,50 Meter Fahrbahn übrig lassen sollen.

Das sagt der ADFC dazu

Für solche Schutzstreifen auf der Fahrbahn plädiert auch der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC). Allerdings nur dann, wenn ein ausreichender Sicherheitsabstand zu Längsparkstreifen gewährleistet ist und wenn die Fahrbahn breit genug ist. Denn sonst bringe man die Radfahrer mehr in Gefahr, als dass man sie schütze.

Dr. Matthias Geck hält diese Vorgaben aber für kontraproduktiv. Damit schließe man Schutzstreifen auf vielen Straßen aus. Schon schmale Streifen würden den Autofahrer zur Vorsicht anhalten.

Der Bürgerantrag an die Stadt wird am 5. September im Ausschuss öffentlich diskutiert. Beginn der Sitzung ist um 17 Uhr im Ratssaal, Rathausstraße 31.hm

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