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Bundesgerichtshof hebt Urteile gegen Alufelgen-Bande auf

Verfahrensfehler

Sie hatten die Taten zugegeben und waren verurteilt worden. Dennoch dürfen die Mitglieder der „Alufelgen-Bande“ aus Schwerte wieder hoffen. Der Grund: ein Fehler im Verfahren.

Schwerte

, 30.08.2018
Bundesgerichtshof hebt Urteile gegen Alufelgen-Bande auf

•Über einen Zeitraum von mehreren Jahren wurden in Schwerte und umliegenden Städten Reifen und Felgen gestohlen – meist an hochwertigen Autos. © Foto: Bernd Paulitschke

Die sogenannte „Alufelgen-Bande“ aus Schwerte wird das Hagener Landgericht demnächst noch einmal beschäftigen. Der Bundesgerichtshof hat die Urteile gegen drei der vier Angeklagten aufgehoben und die Verfahren an eine andere Jugendkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

Die jungen Männer aus Schwerte waren im Juni 2017 zu Haftstrafen von bis zu sechseinhalb Jahren verurteilt worden. Die Hagener Richter waren davon überzeugt, dass die Angeklagten bis zu 50 nächtliche Diebstahlstouren unternommen hatten. Dabei sollen sie es vor allem auf hochwertige Alufelgen abgesehen haben, die sie direkt von den am Straßenrand oder in Tiefgaragen abgestellten Fahrzeugen abmontierten.

In Schwerte lagen die Tatorte unter anderem an der Reichshofstraße, am Alten Dortmunder Weg, an der Kopernikusstraße und am Schulpfad. Aber auch in Hagen und Dortmund soll die Alufelgen-Bande aktiv gewesen sein.


Richter hatte Protokolle der Vernehmung vorgelesen

Die Angeklagten hatten in dem Monate währenden Prozess am Landgericht zu den Vorwürfen geschwiegen. Weil einige jedoch nach ihrer Festnahme bei der Polizei zum Teil umfangreiche Angaben gemacht hatten, hatten die Richter die Protokolle dieser Vernehmungen im Prozess verlesen. Genau dies hätten sie nach Ansicht des Bundesgerichtshofs jedoch nur tun dürfen, wenn gleichzeitig die damaligen Vernehmungsbeamten der Polizei als Zeugen im Sitzungssaal anwesend gewesen wären. Das war aber nicht der Fall.

Wann die neue Verhandlung am Hagener Landgericht beginnt, steht noch nicht fest. Verteidiger Rainer Köper, der eine der erfolgreichen Revisionsbegründungen verfasst hat, rechnet nicht mit einer kurzfristigen Ansetzung. „Die Angeklagten sitzen derzeit nicht in Untersuchungshaft, deshalb genießt der Fall bei der Terminierung keine Priorität“, so Köper.

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