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Cannabis-Plantage brachte Freunde aus Schwerte vor Gericht

Prozess

Der große Drogen-Deal misslang: In einem Wohnhaus in der City baute ein Duo Cannabis an. Aber die Polizei bekam im Frühjahr Wind davon.

Schwerte

, 29.08.2018
Cannabis-Plantage brachte Freunde aus Schwerte vor Gericht

Dieses Foto von den Stecklingen veröffentliche die Polizei im Frühjahr. © Polizei

Sie träumten von kiloweise Drogen und Tausenden von Euro, die sie als Dealer verdienten könnten. Am Ende landeten die beiden 31 und 28 Jahre alten Freunde aus Schwerte jedoch im Gefängnis. Vor dem Hagener Landgericht haben beide Angeklagten am Mittwoch Geständnisse abgelegt.

In einem Wohnhaus mitten in der Innenstadt hatte das Duo Anfang des Jahres eine professionelle Cannabis-Plantage angelegt. Die Materialien stammten angeblich aus den Niederlanden, das Know-how wollen die Angeklagten bei eigenen Recherchen im Internet erworben haben. „Trotzdem haben wir sieben Wochen gebraucht, bis alles stand“, sagte der 31-Jährige den Richtern.

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Starkstromleitung für Wärmelampen gelegt

Um die Pflanzen mit ausreichend Licht und Wasser versorgen zu können, hatten die Freunde sogar noch einen Bekannten hinzugezogen, der als Elektriker über die entsprechende Fachkenntnis verfügte. Dessen erste Amtshandlung: Er legte eine Starkstromleitung aus der Wohnung des 28-Jährigen in die benachbarte Plantagenwohnung. Nachdem dann die Wärmelampen an der Zimmerdecke angebracht waren, mussten die Pflanzen aus den Niederlanden besorgt werden. „Wir haben uns in Hengelo in einem Café getroffen“, erinnerte sich der 31-Jährige an den Kontakt mit den Lieferanten. Zurück in Schwerte hätten sie dann damit begonnen, die 600 gekauften Stecklinge in einzelne Töpfe zu pflanzen. „Die Erde hat allerdings nur für knapp 500 Stück gereicht“, so der Angeklagte.

Scheinkäufer der Polizei kamen Dealern auf die Schliche

Auf die Schliche war die Polizei dem Duo zu diesem Zeitpunkt allerdings schon lange gekommen. Die beiden Freunde hatten nämlich schon vor ihrer Umschulung zum Cannabis-Gärtner ihr Geld im Drogenmilieu verdient. Und dabei waren sie offenbar so unvorsichtig gewesen, das von ihnen aufbewahrte Rauschgift auch verschiedenen Scheinkäufern der Polizei anzubieten.

In dem Prozess vor dem Hagener Landgericht geht es nun um Geschäfte mit über zwei Kilo Marihuana und eben die besagte Plantage. Und klar ist schon jetzt, dass beide Angeklagten damit rechnen müssen, zu einer Haftstrafe verurteilt zu werden, die nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Ihre Verteidiger Boris Strube und Christian Simonis haben mit den Richtern allerdings Verständigungen getroffen, die den Angeklagten durchaus noch Perspektiven bieten. Dem 28-Jährigen drohen maximal drei Jahre und drei Monate Haft. Der Freund muss aufgrund verschiedener Vorstrafen mit bis zu vier Jahren Haft rechnen.

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