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Das ist der wohl schärfste Job in der Ruhrstadt

Schwerter Superlative

Bei seinem Job steigen ihm auch nach 16 Berufsjahren regelmäßig die Tränen in die Augen. So scharf ist, der Stoff mit dem Frank Peisert arbeitet. Trotzdem liebt er seinen Beruf, denn es ist der wohl schärfste in ganz Schwerte.

SCHWERTE

, 26.10.2016
Das ist der wohl schärfste Job in der Ruhrstadt

Handgemachten Schwerter Senf aus der Schwerter Senfmühle von Frank Peisert (r.) essen. Das gehört für Heimatvereins-Vorsitzenden Uwe Fuhrmann (l.) zu den wichtigsten der 50 Dinge, die ein echter Schwerter in seinem Leben gemacht haben sollte.

Die aufsteigenden ätherischen Öle sind es, die ihm in den Augen beißen und die Tränen verursachen. „Irgendwie gewöhnt man sich nicht daran“, sagt Frank Peisert lachend. Auch nicht nach 16 Berufsjahren als Senfmüller, dem wohl schärfsten Job der Stadt.

Vielleicht sind es aber auch die Freudentränen darüber, dass der Ingenieur alles richtig gemacht hat, als er – statt Maschinen zu bauen –  spontan die traditionsreiche Senfmühle von Wilhelm Adrian fortführte. Der hatte sich zur Ruhe gesetzt, als Stammkunde Peisert im Advent 1999 an der Tür klingelte, um ein neues Plastikeimerchen der gewohnten Würze zu holen. Aber der letzte Vorrat des damals 69-Jährigen war ausverkauft: „Wenn du Senf brauchst, dann mach ihn dir gefälligst selbst!“

Schwerter Senf wird auch in die USA verschickt

Gesagt, getan. Peisert übernahm die historischen Gerätschaften und Rezepte für den Schwerter Senf. Adrian zeigte ihm die Geheimnisse, wie der Adriansenf aus Senfsaat, Wein-Branntweinessig und Salz entsteht. „Im November 2000 hatte ich die erste Mahlung“, erklärt der Senfmüller.

Mittlerweile stehen 22 verschiedene Sorten in den Regalen seiner Senfmühle an der Ruhrstraße 16. Alles ist handgemacht – bis zum Aufkleben der Etiketten. Zwei Mitarbeiter helfen bei den zwei bis drei Mahlungen pro Woche, bei denen jeweils 160 Liter Würze in dem Holzbottich wabern.

Genossen wird der Senf nicht nur deutschlandweit. „Jetzt habe ich die ersten zwei Sendungen nach Boston verschickt“, berichtet der 45-Jährige. Ein USA-Auswanderer hatte seinen Händler gebeten, doch endlich einmal vernünftigen Senf anzubieten.  

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- Unsere Leser haben uns auf noch auf einige weitere bemerkenswerte Besonderheiten hingewiesen, weshalb wir die Serie aus dem Sommer in den Herbstferien noch einmal fortsetzen.
- Die Redaktion freut sich über Hinweise auf weitere Schwerter Superlative unter Tel. 91 02 40 oder per E-Mail an:

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