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Der Gesang der Sirenen kehrt nach Schwerte zurück

Katastrophenschutz

Am 6. September ist Alarm-Testtag in NRW. Dann werden alle Sirenen einmal eingeschaltet. Doch der Ton warnt zwar vor Gefahren, welche das sind, muss man aber selbst rausbekommen.

Schwerte

, 22.08.2018
Der Gesang der Sirenen kehrt nach Schwerte  zurück

Mit Genehmigung der Denkmalbehörde wurde eine der neuen elektronischen Sirenen auf das Uhrentürmchen des früheren Eisenbahn-Ausbesserungswerkes gesetzt.Schmitz (A) © Foto: Reinhard Schmitz

Bis weit in die 80er- Jahre kannte jedes Kind den Ton. Am Samstagmittag heulten die Sirenen. Zur Probe versteht sich. Vor rund 25 Jahren war aber der Kalte Krieg beendet. Die meisten Städte in NRW trennten sich damals von ihren Sirenen. Viele übernahmen die Melder, die dem Bundesamt für Zivilschutz gehörten, nicht und ließen sie abbauen. In Schwerte rief der dumpfe Ton aber noch lange die Feuerwehrleute zum Einsatz. Erst als digitale Funkmelder das überflüssig machten, wurden die Sirenen eingemottet.

Bei Terror-Alarm und Unwettern

Doch in den vergangenen Jahren erlebten die heulenden Warnmelder eine Renaissance. Denn Gefahren wie plötzlichen Unwettern und Terror könne man nur mit öffentlichen Warnungen begegnen, befanden die Experten. Zug um Zug wurden die Sirenen wieder in Betrieb genommen oder aufgebaut. Und am 6. September um 10 Uhr sollen landesweit alle Sirenen zur Probe heulen. Und auch in Zukunft will das Land einmal jährlich den Sirenenalarm proben. „Wir wollen das Thema Warnung wieder mehr ins Bewusstsein rücken. Wenn jeder Einzelne weiß, wie er sich zu verhalten hat, sinkt das Risiko für die Gesamtheit“, erklärt NRW-Innenminister Herbert Reul in einer Pressemitteilung.

Nur Warnung und Entwarnung

Vor allem wolle man die Warntöne ins Bewusstsein der Bevölkerung rücken, betont Landrat Michael Makiolla in einer Pressemitteilung. Dabei ist die Auswahl an Sirenentönen nicht sehr groß. Bei einer Warnung für die Bevölkerung gibt es einen an- und abschwellenden Ton, bei Entwarnung einen Dauerton. Und dann gibt es noch den unterbrochenen Dauerton, der soll aber nur Feuerwehrleute zum Einsatz bringen.

Nur Warnung

Wovor die Sirene im Ernstfall warnt? Das müssen die Menschen selbst rauskriegen. Im Internet, im Radio oder im Fernsehen gebe es bei einem Alarm konkrete Hinweise, so eine Information des Innenministeriums. Gleichzeitig will das Land an diesem Tag die Katastrophen-App Nina testen. Die kann man sich kostenlos aufs Handy laden. Dort wird man dann nicht nur mit der aktuellen Gefahrenlage, sondern auch mit Verhaltenshinweisen versorgt.

Schwerte ist bei der Ausstattung mit Sirenen schon sehr weit. In der Nachbarstadt Dortmund gibt es aktuell nur eine einzige funktionierende Sirene. „Zum Glück hatte Schwerte damals Sirenen vom Bund übernommen“, erklärte Feuerwehrchef Wilhelm Müller im vergangenen Jahr im RN-Gespräch. In Bereichen, in denen der Alarm nicht zu hören war, baute man neue Sirenen auf. „16 Sirenen gibt es zur Zeit in Schwerte, das deckt das komplette Stadtgebiet ab“, so Stadtsprecher Marco Gosewinkel am Mittwoch. Alle Schwerter Sirenen werden am Warntag angeschaltet.

Neue Sirenen angeschafft

An einigen Stellen, wie auf dem Torhaus in Schwerte-Ost, wurden adie lten Sirenen erneuert. Die neuen Warnmelder sehen übrigens nicht mehr wie ihre Vorgänger aus. Statt der Pilze auf den Dächern werden es kleine Hörner sein. Genau wie die jetzt noch übrigen Sirenen sind sie dann digital steuerbar. Die Auslösung kann die Rettungsleitstelle in Unna oder die Feuerwache in Schwerte vornehmen. Bis zu 10.000 Euro kostet eine neue Sirene. Ausgaben, die an den Städten hängen bleiben. Der Kreis wiederum muss die Infrastruktur für die neue alte Technik anschaffen und bezahlen.

Die Sirenen geben nur eine Warnung bekannt. Am häufigsten wird per App Nina bei Bombenentschärfungen gewarnt. Alarm-Auslösungen sind auch bei diesen Szenarien möglich: Natürliche Ereignisse wie Sturm, Orkan, Hochwasser. Großbrand mit giftiger Rauchwolke. Verkehrsunfall mit Gefahrguttransporter. Störfall im Chemie-Betrieb mit Austritt von Gasen. Großflächiger Stromausfall. Mit der App veröffentlicht die Feuerwehr auch Verhaltens-Hinweise. Beispiele: Türen und Fenster geschlossen halten. Haus oder Wohnung nicht verlassen. Schutzmaßnahmen gegen Hochwasser treffen. Den Gefahrenbereich schnellstmöglich verlassen. Umleitung fahren. Klima- und Lüftungsanlagen abschalten. Hilfsbedürftigen Hilfe anbieten.
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