Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Die Diakonie hat ihre Kleiderkammer an der Kötterbachstraße umgebaut

Keller-Basar

Der Keller-Basar der Diakonie ist nach der Renovierung wieder geöffnet. Die Räume sehen anders aus, das Prinzip ist das gleiche geblieben: gebrauchte Kleidung für kleines Geld.

Schwerte

, 10.08.2018
Die Diakonie hat ihre Kleiderkammer an der Kötterbachstraße umgebaut

Angelika Gaida ist Hausmeisterin, Verkäuferin und räumt die Regale im neu renovierten Keller-Basar ein. Eine Frau für alles. © Foto: Manuela Schwerte

Seit dem 1. August ist die Schwerter Kleiderkammer wieder geöffnet. Für fast zwei Wochen war der Keller-Basar aufgrund von Renovierungsarbeiten geschlossen. Für manche eine lange Zeit. Einige standen in der Schließungszeit trotzdem vor dem Geschäft, in der Hoffnung, einkaufen zu können. „Umso größer war die Enttäuschung, als die Türen geschlossen waren“, sagt Mascha Gerdom, die Leiterin der Sozialen Dienste der Schwerter Diakonie, die auch für den Keller-Basar zuständig ist.

Es ist kurz nach 9 Uhr, und die Kleiderkammer ist seit wenigen Minuten geöffnet. Es sind schon um die 20 Kunden im Geschäft, unter ihnen auch eine 56-jährige Schwer-terin, die seit 20 Jahren in der Kleiderkammer einkaufen geht. Ihr Mann ist arbeitslos, sie ist Hausfrau und Mutter. Das Geld ist dementsprechend knapp. Umso mehr weiß sie die Kleiderkammer der Diakonie zu schätzen. Sie läuft durch die Reihen, stöbert in den Klamotten und füllt ihre selbst mitgebrachte Tüte.

Preise sind günstiger als im Second-Hand-Laden

„Hier kann ich gute Klamotten für die ganze Familie zu guten Preisen und in guter Qualität kaufen“, sagt sie. Die Dame möchte namentlich nicht genannt werden, weil es mit einer gewissen Scham verbunden ist, in der Kleiderkammer einzukaufen. Aber hier im Laden ist von Scheu überhaupt nichts zu spüren. Genau darin besteht das Ziel der Diakonie.

„Die Mitarbeiterinnen begegnen den Kunden auf Augenhöhe, unterhalten sich auch mal privat mit ihnen, kennen oft ihre Hintergründe und vermitteln ihnen das Gefühl, dass sie sich in einem ganz normalen Kaufhaus befinden“, sagt Mascha Gerdom.

Allein die Preise machen deutlich, dass die Kleiderkammer kein gewöhnlicher Laden ist. Die 56-jährige Kundin geht selten in andere Geschäfte, um sich einzukleiden. Nicht zuletzt aufgrund der Mehrkosten. An der Kasse der Keller-Bar zahlt sie sogar weniger als in einem Second-Hand-Laden.

Stammkunden schätzen die guten Preise und das gute Klima

Verkäuferin Angelika Gaida arbeitet seit 2010 im Basar. Sie sitzt an der Kasse, aber das Abrechnen ist eher Nebensache. Sie und ihre Kollegin Elisabeth Jonda tauschen sich mit den Kunden über die Kleidung aus. Zu bunt, zu groß, zu schick? Auf jede Frage haben die beiden eine Antwort und immer mit einer Prise Humor. „Zu bunt gibt es nicht“, lautet die Antwort.

Nach dem Einkauf setzt sich die 56-jährige Schwerterin wie so oft noch in die Kaffeeecke, direkt vor der Kleiderkammer, um sich mit anderen Kunden zu unterhalten. Die Getränke sind kostenlos. Ein Grund mehr für die Kundin, zum Keller-Basar zu gehen. Die Sitzgelegenheit wurde während der Renovierung erneuert, so wie viele Bereiche der Einrichtung. Das Haus wurde entkernt, der Eingangsbereich, Büros und Wartebereich wurden renoviert. Auch die Kleiderkammer wurde saniert. Die Wände wurden neu gestrichen, neue Lampen eingebaut und ein neuer Fußboden verlegt. Der Stammkundin gefällt der Basar jetzt noch besser. „Der Anblick öffnet mir jedes Mal das Herz“, sagt sie mit großen Augen.

Die Diakonie hat ihre Kleiderkammer an der Kötterbachstraße umgebaut

Auch die Kaffee-Ecke wurde renoviert. © Foto: Manuela Schwerte

Kleiderspenden sorgen für häufige Sortimentswechsel

Jeden Tag gibt es neue Kleidung, und jedes Teil gibt es nur einmal, denn die Kleidung kommt ausschließlich über private Spenden in die Ladenregale. Die Artikel sind zwar gebraucht, aber in einem guten Zustand. Aus dem Grund ist die Begehrlichkeit bei manchen Teilen groß. Teilweise stehen die Kunden schon eine Stunde vor der Öffnung in der Schlange und kommen sogar mehrmals in der Woche. Mittwochs und freitags, wenn die Kleiderkammer geöffnet ist, sind im Schnitt um die 40 bis 50 Kunden vor Ort. Manchmal sogar bis zu 70, und es gibt fast kein Durchkommen. In den Jahren 2015 und 2016, als viele Flüchtlinge eingewandert sind, war die Nachfrage noch größer. Aber dennoch gehen die Kunden respekt- und rücksichtsvoll miteinander um, so Mascha Gerdom.

Das Angebot richtet sich zwar an Bedürftige, aber niemand kontrolliert, ob die Kunden Sozialleistungen beziehen. „Manchmal stranden auch Obdachlose bei uns, die wir kostenfrei einkleiden. Aber es sind überwiegend Schwerter, die das Angebot nutzen“, ergänzt Mascha Gerdom. Die 56-jährige hat ihren Kaffee ausgetrunken. Bevor sie geht, sagt sie: „Ich hoffe, dass es dieses Geschäft, auch noch in Zukunft geben wird.“

  • Kleiderspenden für den Keller-Basar nimmt die Diakonie gerne entgegen:
    Montag bis Freitag 9 bis 12 Uhr, Montag bis Mittwoch 14 bis 16, Donnerstag 14 bis 17 Uhr.
  • Öffnungszeiten für den Einkauf im Kellerbasar: Mittwoch von 9 bis 12 und 14 bis 16 Uhr. Freitag von 9 bis 12 Uhr.
  • Der Keller-Basar befindet sich im Haus Kötterbachstraße 16 in der Schwerter Altstadt.
    Telefon: 9393-0, Telefax: (02304) 939379.
    E-Mail: soziale-dienste@
    diakonie-schwerte.de
Lesen Sie jetzt