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Die grünen Giganten: Hobby Traktoren restaurieren

SCHWERTERHEIDE Ein grüner Riese steht in der Garage von Heinz Schaar. Die beiden verstehen sich gut, Schaar hat den alten Traktor selbst restauriert. Und viele weitere.

von von Hilke Schwidder

, 08.08.2008
Die grünen Giganten: Hobby Traktoren restaurieren

Im Winter hält er warm, im Sommer spendet er Schatten: Schaars Lieblingsstück, ein alter Bundeswehr-Traktor im Camouflage-Look.

Räder, die dem Schwerter bis zur Brust reichen. Eine Kühlerhaube viermal so breit wie seine Schultern. Über die Ladefläche kann der 49-Jährige nicht hinüber schauen. Will er auch gar nicht. Ein Unimog-Kenner kann mit Größe umgehen. Und mit gemächlichem Tempo. Heinz Schaar restauriert Trecker und Unimogs.

Mit einem Schwung hat er die Scheunentür zur Seite gefahren. So wie hunderttausend Male zuvor. Im Halbdunkel parken die grün lackierten Fahrzeuge. Zwölf Stück sind es. Gelassen schlendert Heinz Schaar nun durch seine Garage. In einer Gasse bleibt er stehen, lehnt sich an einen der ruhig dort wartenden Giganten. Schulter an Schulter. Das ist seine Welt.1980 hat der Elektrotechniker seinen ersten Unimog gekauft, Stück für Stück auseinander genommen, ausgebessert und wieder zusammengesetzt. Bis zu drei Jahre könne diese Prozedur dauern. Er nickt. „Es ist einfach ein Hobby“, stellt der Schwerter schließlich fest. „Mir macht das viel Spaß.“ Und damit meint Heinz Schaar weniger den Kampf gegen die Roststellen im Blech als das spätere Lackieren und vor allem die Elektrik. Über sein Gesicht huscht ein freudiges Lachen. „Ja“, sagt er. „Um die Elektrik kümmere ich mich am liebsten. Wenn alles lackiert ist, man legt noch die Kabel ...“

Inzwischen steht der Schwerter auf der Wiese hinter der Scheune an der Heidestraße. Ein paar Hühner stolzieren an ihm vorbei. In der Ferne wartet der nächste Kandidat: Ein gelber Unimog mit Kran auf dem Buckel. „Viele Roststellen“, murmelt Heinz Schaar. Und er kneift dabei ein wenig die Augen zusammen, weil er das Fahrzeug genauer fixieren möchte und gegen die Sonne gucken muss. Weite Wiesen erstrecken sich in seiner Blickrichtung. Sie gehören Familie Schaar. Sie gehören den Unimogs. Hier werden die Nutzfahrzeuge zur Ernte eingesetzt. Sieben Hektar Land sind von dem großen Hof geblieben. Der Schwerter wiegt schmunzelnd seinen Kopf. „Dafür bräuchten wir nicht zwölf Fahrzeuge. Dafür würde ein Unimog reichen.“

Aber Hobby ist Hobby. Und jeder der Giganten darf mal raus und arbeiten. Heinz Schaar hat sogar einen Lieblings-Unimog: den 421-er, mit Tarnfarbe lackiert. Heinz Schaar deutet locker zu dem khaki-grünen Kollegen hinüber. „Der hat früher bei der Bundeswehr den Rasen gemäht.“ 

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