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Diebe stehlen Schwerterin ihren Camping-Bulli und eine Zeugin ärgert sich über sich selbst

Auto-Diebstahl

Zwei besondere Geschichten stecken hinter einem Diebstahl in Schwerte: Der Wagen hat einen besonderen Wert und eine Zeugin ärgert sich, weil sie Verdächtiges bemerkte, aber nicht reagierte.

Schwerte

, 16.10.2018
Diebe stehlen Schwerterin ihren Camping-Bulli und eine Zeugin ärgert sich über sich selbst

Dieser VW T6 Bulli wurde gestohlen. Mit ihm war die Schwerterin gerne im Urlaub unterwegs. privat © privat

Die Fakten sind schnell erzählt: Ein silberfarbener VW T5, Kennzeichen UN-BU 5911, ist zwischen Montagabend, 19.30 Uhr, und Dienstagmorgen 7.30 Uhr, an der Graf-Adolf-Straße gestohlen worden. Er war an der Straße geparkt.

Die Besonderheit: Es war ein Camping-Bulli mit „California Ausstattung“  – und er hatte für die Besitzerin auch emotional einen besonderen Wert. Die Frau, die anonym bleiben möchte, hat bereits viele schöne Urlaube mit dem Bulli gemacht und hofft sehr, ihr Auto zurückzubekommen. „Nicht alltäglich“, sei der Diebstahl eines solchen Bullis, sagt Polizei-Pressesprecher Thomas Röwekamp.

Er vermutet, dass die Täter den Wagen entweder ausschlachten wollen. Oder ihn ins Ausland schaffen und dort verkaufen. Für beide Varianten gibt es in der jüngsten Vergangenheit Beispiele: Einen Lexus, der in Schwerte gestohlen wurde, entdeckte man später ausgeschlachtet am Möhnesee. Einen Mercedes konnte man zwischenzeitlich in Sachsen orten, gefunden wurde er dann in Tschechien.

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Die Polizei versucht natürlich auch im Fall des jetzt gestohlenen Camping-Bullis Zeugen zu finden – dabei gibt es bereits eine. Sie hätte den Diebstahl möglicherweise verhindern können und ärgert sich nun, nicht reagiert zu haben.

Zeugin bemerkte auffälligen Transit

Birgit Roll wohnt in der Graf-Adolf-Straße. Sie war am Montag gegen 18.30 Uhr mit ihrem Hund in dem Wohngebiet unterwegs – und hat eine Beobachtung gemacht, die sie direkt stutzig gemacht hat: „Mir ist ein Transit aufgefallen, auf den Sitzen hinten saßen Leute, ich habe direkt an eine Drückerbande gedacht“, sagt sie. Dreimal sei der Wagen innerhalb kürzester Zeit an ihr vorbeigefahren, das sei ihr aufgefallen.

„Ich habe noch überlegt, ob ich mein Handy zücke und ein Foto mache. Jetzt ärgere ich mich wirklich sehr, das nicht gemacht zu haben“, sagt sie.

Polizei rät: 110 wählen, wenn man Verdächtiges sieht

Der Ratschlag der Polizei geht sogar noch weiter: 110 – die Notrufnummer der Polizei hätte Birgit Roll direkt wählen können, sagt Polizei-Pressesprecher Thomas Röwekamp. „Wenn jemand etwas Verdächtiges sieht, sofort die 110 wählen. Je weniger Zeitverzug zwischen der Beobachtung und der Benachrichtigung liegt, umso besser.“ Die Kollegen vor Ort könnten dann direkt losfahren und die Personen überprüfen.

Mit ihrer Zurückhaltung – und auch dem späteren Ärger, nichts getan zu haben – ist Birgit Roll allerdings nicht alleine. Auch deshalb erzählt sie jetzt von ihrer Erfahrung, in der Hoffnung, dass dies anderen in einer ähnlichen Situation helfen kann.

Auch Thomas Röwekamp sagt: „Ein bisschen Scheu ist bei vielen dabei, wenn es darum geht, die Polizei anzurufen. Aber: Wir werden dafür bezahlt, solchen Hinweisen nachzugehen“. Angst vor Kosten für einen Einsatz, der möglicherweise schlussendlich nichts einbringe, müsse man nicht haben.

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