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Diese Wandhofenerin gehört nun zum Ritterorden

"Orden der Tapferen"

Einige wenige Deutsche gehören zum ungarischen Ritter-Orden "Vitézi Rend". Einer von ihnen ist der Schwerter Stefan Simon. Nun ist auch seine Tochter in den Orden aufgenommen worden, als Kadettin. Sobald sie 18 Jahre alt ist, wird sie als Ritterin zum Orden der Tapferen gehören.

WANDHOFEN

15.10.2016
Diese Wandhofenerin gehört nun zum Ritterorden

Karl Heinz Lieb wurde zum Ritter geschlagen.

Als besondere Ehre für sein Engagement ist Karl Heinz Lieb, Malteser in Hövelhof, als einer von wenigen Deutschen als Mitglied in den ungarischen Orden des Standes der Tapferen aufgenommen worden. Und das sogar mit Ritterschlag. Neben Karl Heinz Lieb hat auch die acht Jahre alte Wandhofenerin Lara Josephine Simon den ersten Schritt zum Ritterschlag gemacht: In der Franziskanerkirche am Ferenciek-Platz in Budapest wurde sie als Kadettin in den ungarischen Orden Vitézi Rend aufgenommen. Mit der Vollendung des 18. Lebensjahres wird sie den Titel von ihrem Vater Stefan Simon erben.

Aufnahme in ungarischen Orden Vitézi Rend

Die Schülerin hat bereits mit der karitativen Arbeit begonnen, indem sie ein Projekt für bedürftige Schulkinder im Ausland in ihrer Schule ins Leben gerufen hat. Ein großes Vorbild ist Karl Heinz Lieb von den Maltesern aus Hövelhof, der sich seit 27 Jahren für die arme ungarische Landbevölkerung einsetzt.

Als besondere Ehre für sein Engagement wurde der bei der Zeremonie in Budapest in den Vitézi Rend aufgenommen. Der Generalkapitän des Ordens, János vitéz Molnár-Gazsó, legte ihm das Schwert auf die Schulter. Ab sofort darf er das Abzeichen des Ordens an seiner Kleidung tragen.

Grundstein für karitative Gruppe gelegt

Begleitet wurde Karl Heinz Lieb von Stefan Simon, der Deutscher Residenzkapitän (Székkapitány Németország) des Vitézi-Rend-Ordens ist. Er hat die Patenschaft für die Aufnahme in den Orden übernommen. Der Wandhofener ist wie Lieb aktiver Malteser im Auslandsdienst. Zusammen haben und wollen die beiden noch viele Projekte in Ungarn und der Karpatenukraine durchführen.

„Wir streben eine strategische Partnerschaft zwischen den Maltesern und dem Vitézi Rend an, um den Bedürftigen vor Ort schnell und zielgerichtet zu helfen. Das Motto der Malteser ist hier genau richtig: Weil Nähe zählt! Durch die großartige Unterstützung von Karl Heinz Lieb haben wir den Grundstein für eine karitative Gruppe des Ordens gelegt“, sagte Stefan Simon.

Hilfstransporte in ungarischen Städte

Seit 1978 ist Karl Heinz Lieb bei den Maltesern in Hövelhof aktiv. Sein Steckenpferd ist der Auslandsdienst. 15 bis 20 Mal im Jahr bricht er mit Hilfstransporten auf. „Diese Auszeichnung gebührt nicht mir allein! So viele haben sich engagiert, damit wir den Menschen helfen konnten. Malteser aus verschiedenen Ortsgliederungen waren dabei und natürlich unsere Partner vor Ort“, betonte er.

Zusammen mit Malteser-Kollegen aus Paderborn und Geseke initiierten die Hövelhofer Malteser um Karl Heinz Lieb Hilfstransporte in die ungarische Stadt Debrecen. In der Stadt Ozd halfen die Malteser unter anderem bei der Errichtung einer Armenküche, in der täglich 80 Essen ausgegeben werden. Allein im Jahr 2016 wurden Lebensmittel im Wert von 725.000 Euro, die von heimischen Unternehmen gespendet wurden, in Kooperation mit dem Orden des Heiligen Ladislaus und dem Ordo Militaris Teutonicus nach Ungarn transportiert. Mit einem großen LKW machen sie sich regelmäßig auf den Weg und versorgen Monat für Monat in Ungarn Familien mit Essen.

Mittel bei der Europäischen Union beantragt

Dabei arbeiten sie mit dem Malteser Orden, der Caritas und den Malteser-Gliederungen vor Ort zusammen. Eine besondere Partnerschaft pflegen die Malteser auch mit der Stadt Tiszanána, in der die Arbeitslosenquote über 60 Prozent beträgt. Dort haben sie geholfen, Mittel bei der Europäischen Union zu beantragen. So konnten eine Schule, ein Kindergarten und eine angeschlossene Großküche gebaut werden.

Arme Menschen können sich dort täglich kostenlose Lebensmittel abholen. Die Ehrung von Karl Heinz Lieb bezieht sich auch auf seine Leistungen im Nachbarland Ukraine. 1990 haben die Malteser in Kreis Mukacewo ein Waisenhaus, in dem 157 Kinder leben, kernsaniert und erweitert. Auch beim Bau eines Altenheims in Pausching und eines Ärztehauses mit Zahnarztpraxis in Schönborn waren sie beteiligt.