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Dieser Wandhofener ist Bienen-Sachverständiger

Imker im Trend

Jörg Tysarzik ist einer von 120 Bienen-Sachverständigen in NRW. Der süße Lohn für ihn ist eher zweitrangig, ihm geht es vielmehr um die Bedeutung dieser Tiere in der Natur. „Ich habe nicht mit der Imkerei angefangen, um Honig zu haben“, sagt Jörg Tysarzik.

WANDHOFEN

, 29.04.2017

Eigentlich kam der Wandhofener auch über Umwege zu seinem Hobby, das ihm jetzt einen Ausgleich zum Beruf als Finanzbeamter bietet. Seit jeher faszinierten ihn staatenbildende Insekten. Als Experte für Waldameisen wurde er deshalb eines Tages vom Imkerverein Hohenlimburg für einen Vortrag eingeladen: „Als Dankeschön habe ich ein Volk geschenkt bekommen.“ Eine Bienenkönigin mit ihren Arbeiterinnen, von denen sich im Frühsommer bis zu 50.000 in einem Kasten drubbeln können.

Vom Laien zum Bienen-Sachverständiger 

Obwohl bislang noch kein Imker, wusste Tysarzik, wie er sein Präsent nutzen konnte. „Ich hatte einen großen Garten mit vielen Obstbäumen“, erzählt er. Da gab es jede Menge Bestäubungs-Arbeit zu leisten. Gleichzeitig eignete sich der 59-Jährige so viel Fachwissen an, dass er mittlerweile einer der 120 Bienen-Sachverständigen in NRW ist und regelmäßig ausgebuchte Vorträge an der Volkshochschule Hagen hält.

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„Erst ab zwölf Grad Außentemperatur fliegt die Biene raus“, erklärt Tysarzik, während er auf seine Bienenkästen an der Hagener Straße zustapft. Eine Wiese zwischen der Autobahn A45 und der Eisenbahn nach Iserlohn hat ihm die Von-Stosch'sche-Renteiverwaltung nicht nur zum Aufstellen überlassen. Sie ließ auch ringsherum gleich noch ein paar Apfelbäumchen in die Erde setzen: „Alles alte Sorten.“

Handschuhe, Haube und Räucherlampe

Tatsächlich krabbelt nur eine einzige Biene zwischen den kammartigen Öffnungen herum, die das Einflugloch zu den „Beuten“ verschließen. So nennen die Imker ihre Kästen, in denen die Holzrahmen für die Honigwaben hängen.

Regelmäßig müssen sie kontrolliert werden. Vor dem Öffnen des Deckels geht Tysarzik aber auf Nummer sicher. Lange Handschuhe, Haube mit Schleier und die Räucherlampe, in der ein Stückchen Wellpappe glimmt: „Der Rauch beruhigt die Bienen.“ In der Natur kündige er Waldbrände an. Dann krabbeln alle Tiere in ihre Waben, um den Honig herauszuholen und in Sicherheit zu bringen. Diesen Effekt machen sich Imker zu Nutze.

Heute haben die Bienen andere Feinde. Erst kürzlich wurde Tysarzik in eine Hagener Kleingartenanlage gerufen, wo vier Völker vergiftet worden seien. „Das kommt aber selten vor“, berichtet er. Viele gefährliche Spritzmittel seien inzwischen verboten.

Zahl der Imker steigt

Vor einem Aussterben der Bienen macht sich der Wandhofener auch keine Sorgen. „Die Tendenz ist, dass es mehr Imker werden“, sagt er. Im Kreis Unna gebe es 330 Kollegen mit 3600 Bienenvölkern, in NRW 8000 Züchter mit 52.000 Völkern. Tysarzik selbst steuert zu dieser Statistik mittlerweile zehn Völker bei.

Seminar für Einsteiger
Ein Einsteiger-Seminar „Imkerei – ein Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt“ hält Jörg Tysarzik am Samstag, 13. Mai, von 9.30 bis 16 Uhr im Naturfreundehaus Ebberg, Ebberg 1.
Ausrichterist der Landesverband Naturschutz und Umwelt NRW.
Der Teilnahmebeitrag von 25 Euro (einschließlich Verpflegung) kann vor Ort entrichtet werden.
Anmeldung bei Jörg Tysarzik, Strangstraße 32, Tel. (0176) 40196661 oder per .

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