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Eisenbahnbrücke Römerstraße nach 138 Jahren abgerissen

SCHWERTE Schon zu Zeiten von Kaiser Wilhelm rollten Züge über die Eisenbahnbrücke an der Römerstraße - innerhalb weniger Stunden wich sie nun einem neuen Beton-Gebilde, über den schon bald ICE's rollen sollen.

von Von Reinhard Schmitz

, 15.08.2008
Eisenbahnbrücke Römerstraße nach 138 Jahren abgerissen

Mit vereinten Kräften machten drei Bagger die alte Eisenbahnbrücke den Garaus.

Den vereinten Kräften von drei PS-strotzenden Abrissbaggern war die alte Eisenbahnbrücke nicht gewachsen. Unter dem rhythmischen Klackern der der mächtigen Meißel brach das Bauwerk gestern Nachmittag Stück für Stück zusammen. Von Staubwolken eingehüllt, knallten die schweren Bruchsteine auf den Asphalt der Römerstraße.

Dabei wehrte sich das Gemäuer aus dem Jahre 1870, über das schon Kaiser Wilhelms Preußenloks gedampft waren, nach Kräften. Nicht nur irgendwo unter dem Schotter versteckte rostige Schienenstücke stellten sich der modernen Abrisstechnik in den Weg. Sondern auch die Sanierungsmaßnahmen, mit denen die Bahn die Lebensdauer des mitgenommenen Gewölbes verlängert hatte. Zur Stabilisierung war in den vergangenen Jahren Kunststoff in das Gewölbe verpresst worden, der sich als höchst wirksam erwies. Sonst wäre der Bogen wohl nach wenigen Meißelstößen in einem Stück zu Boden gegangen, mutmaßten die erfahrenen Abrissarbeiter.

Dass die Experten beileibe nicht die erste Brücke dem Erdboden gleich machten, bewies die perfekte Organisation der Baustelle. Sofort nachdem die Bahnstrecke Schwerte-Hamm um 11.15 Uhr für den gesamten Zugverkehr gesperrt worden war, wurde der 10 000-Volt-Bahnstrom abgeschaltet und mit dem Rückbau der Gleise – darunter auch Weichenstücke – über der Brücke begonnen. Vorsichtig wurden sie zur späteren Wiederverwendung zur Seite gelegt. Selbst die Schrauben wanderten fein säuberlich sortiert in bauchige Plastikeimer. Über eine Rampe auf der früheren Inertstoff-Deponie kletterte ein Bagger auf das Gleisbett, um den Schienenschotter beiseite zu kratzen, bis der Gewölbebogen freigelegt war. Das Material wurde einfach auf die Römerstraße hinuntergekippt, wo es ein unermüdlicher Radlader sofort beiseite räumte.

Auf der Dortmunder Seite wartete unterdessen die neue Betonbrücke darauf, in den Bahndamm eingeschoben zu werden. Voraussichtlich Samstagmittag sollen die hydraulischen Pressen beginnen, den 700-Tonnen-Koloss auf seine 15 Meter lange Reise zu schicken. Am Montag um 5.15 Uhr sollen darüber schon wieder die ICE-Züge nach Berlin rollen.

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