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Eltern sammelten schon mehrere tausend Euro für kranken Anton (1)

Muskelschwund

Mehrere tausend Euro haben die Eltern schon gesammelt für den kleinen Anton (1), der an Muskelschwund erkrankt ist. Doch es ist nicht die reine Summe, die sie staunen lässt.

Schwerte

, 11.09.2018
Eltern sammelten schon mehrere tausend Euro für kranken Anton (1)

Anton ist an Muskelschwund erkrankt. Papa Sebastian und die Familie sammeln Spenden. © Bernd Paulitschke

„Es gibt unheimlich viele, die sich für Anton engagieren.“ Selbst Papa Sebastian R.* ist überrascht, wie viele Menschen aus Schwerte und dem Dortmunder Süden Aktionen starten und Geld sammeln. Alles für den Fast-Zweijährigen, der an einer schweren Nervenkrankheit leidet.

Anton hat spinale Muskelatrophie, kurz: SMA. Sein Körper bildet keine Nervenzellen, die bei gesunden Menschen die Bewegungen in den Muskeln steuern. Die Folgen: Muskelschwund und regelmäßig mehrtägige Behandlungen in der Klinik. Anton wird nie laufen können, stehen oder sitzen. Er und seine Familie werden immer auf Hilfsmittel angewiesen sein. Und da die Krankenkasse längst nicht alles zahlt, ist die Familie auch auf finanzielle Hilfe angewiesen.

Trödelmarkt, Massage-Aktion, Kleider-Auktion - alles brachte Geld

Ein großes Ziel etwa sei es, sagt Papa Sebastian, „dass wir uns ein Auto holen, das 16 Jahre hält – das so lange hält, bis Anton groß ist, bis er irgendwann vielleicht selbst fahren kann.“

Das Geld für ein solches Spezial-Fahrzeug habe man noch lange nicht zusammen. Aber die Spenden sind mittlerweile locker vierstellig. Bei einer Kleider-Auktion kamen 1650 Euro zusammen, bei einem kurzfristig organisierten Trödelmarkt am Elsebad 1200 Euro, bei der Massage-Aktion einer Ergotherapiepraxis sogar 2300 Euro. Eine Frau, die über unsere Berichterstattung von Antons Schicksal erfuhr und die Familie bis dahin gar nicht kannte, überwies 500 Euro.

Überraschung beim Einkauf: ein Stand für Anton

Es seien aber nicht so sehr die Summen, die ihn bewegten, sondern die Menge der Menschen, die helfen wollten. „Es gibt einige, zu denen hatte ich Jahre oder Jahrzehnte keinen Kontakt mehr – und die haben sich jetzt gemeldet und wollten etwas tun“, sagt Sebastian R. und denkt zum Beispiel an einen Samstagseinkauf. Im Supermarkt sei er an einem Stand vorbeigekommen. Im Angebot: kleine Matchbox-Autos. Das Ziel: Geld einnehmen für Anton. „Davon wusste ich gar nichts“, sagt Sebastian R.

Enge und entferntere Verwandte würden sich engagieren. Freunde von Freunden, alte Bekannte und Vereinskollegen – aus allen möglichen Richtungen komme Hilfe.

Ende September geht es zur Rehacare-Messe

Der Kindergarten in Dortmund-Holzen, den auch Anton und seine große Schwester besuchen, veranstaltete beispielsweise beim Sommerfest einen Sponsoren-Lauf. Anton war mittendrin, wurde von sehr vielen auf der Strecke getragen. „Das war sehr bewegend“, sagt Papa Sebastian.

Ende September stehe ein wichtiger Termin an, erläutert er: die Fachmesse Rehacare in Düsseldorf. Welche neuen Hilfsmittel für SMA-Erkrankte wie Anton gibt es? Wie lassen sich Autos umbauen, um sie auf die speziellen Bedürfnisse zuzuschneiden? Antons Familie erhofft sich Antworten.

Diese zwei Gefährte probierte Anton schon aus

Zwei Gefährte hat der Einjährige in diesem Sommer übrigens schon ausprobieren können: einen Rollstuhl und einen „mobilen Stehtrainer“ – einer Art Rollstuhl, in dem Anton stehen kann, weil viele Halterungen seinen Körper stützen.

Für dieses Gerät wolle die Krankenkasse nicht die Kosten übernehmen, ärgert sich die Familie. „Medizinisch ausreichend und zweckmäßig“ sei ein Stehtrainer ohne Rollen, hieß es in der Begründung der Krankenkasse. Die Familie legte Widerspruch ein. Die Entscheidung steht noch aus.

So können Sie spenden
  • Es gibt vier Typen der SMA-Erkrankung: Bei Typ 1 beginnt der Krankheitsverlauf üblicherweise schon im ersten halben Jahr nach der Geburt.
  • Normalerweise überleben die Babys kein ganzes Jahr mehr und können nicht einmal alleine sitzen – von stehen oder laufen ganz zu schweigen.
  • Bei den SMA-Typen 2 bis 4 beginnt die Krankheit später. Teilweise reicht die Lebenserwartung bis ins Erwachsenenalter, teilweise ist sie gar nicht eingeschränkt.
  • Eine Prognose für einzelne Patienten abzugeben, sei „nahezu unmöglich“, so die Fachärzte.
  • Spenden sammelt Antons Familie über die Deutsche Muskelstiftung unter dem Verwendungszweck „Anton“ bei der Bank für Sozialwirtschaft, IBAN: DE11 6602 0500 0008 7390 00, BIC/SWIFT-Code: BFSWDE33KRL.
  • * Die Familie hat darum gebeten, den Nachnamen in der Berichterstattung abzukürzen.
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