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Flüchtlinge machen ersten Schritt ins Berufsleben

Asylsuchende im Jobcenter

Der Andrang in der Schwerter Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit war am Dienstag so groß, dass ein eigens beauftragter Ordnungsdienst viel zu tun hatte. Grund war ein Besuch der Mitarbeiter des Integration-Points aus dem Jobcenter in Kamen. Sie gaben in Schwerte lebenden Asylsuchenden die Gelegenheit, sich als arbeitssuchend zu melden.

SCHWERTE

, 25.05.2016
Flüchtlinge machen ersten Schritt ins Berufsleben

Anna Maurer vom Integration-Point in Kamen besuchte am Dienstag mit ihren Kollegen das Jobcenter Schwerte, um Asylsuchenden über deren Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt aufzuklären.

Mehr als 70 Flüchtlinge nutzten das Angebot des Integration-Points (dt.: Integrations-Punkt), in der Hoffnung, möglichst schnell auf Jobsuche gehen zu können. Asylsuchende dürfen zwar erst nach ihrer Anerkennung als Flüchtlinge den Wohnort wechseln, um einem Jobangebot zu folgen, aber „wir dachten, wir könnten uns einen zeitlichen Vorsprung erarbeiten“, berichtet Felix Wiggeshoff, Teamleiter des Integration-Points.

Zusammen mit ehrenamtlichen Übersetzern des Schwerter Arbeitskreises für Asyl empfingen die Mitarbeiter des Points arbeitswillige Asylsuchende aus „Ländern mit gesicherter Bleibeperspektive“. Das sind momentan Irak, Iran, Syrien, Eritrea, Afghanistan, Pakistan, Somalia und Nigeria. Und ihre Aufgabe am Dienstagmorgen war zunächst: Formulare ausfüllen. Dann ging es in individuellen Beratungsgespräche.

Anerkennung von Berufserfahrung streng geregelt

Der Weg von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt ist holprig. Nur wenige dachten bei ihrer Flucht daran, Nachweise für ihre berufliche Qualifikation mitzunehmen. Hier in Deutschland wird die Anerkennung ihres Könnens streng geregelt. Habib Barragan (21) aus Afghanistan zum Beispiel gab bei seinem Beratungsgespräch an, in seiner Heimat als Tischler gearbeitet zu haben. In einer sogenannten Feststellungsmaßnahme wird nun ermittelt, ob seine Berufserfahrung auf den deutschen Arbeitsmarkt übertragbar ist. Wenn nicht, wird er eine neue Ausbildung machen müssen. Doch das frustriert ihn nicht: „Ich bin ja noch jung“, sagt er optimistisch.

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Gute Chancen als Imker

Die Menschen, die am Dienstag die erste Möglichkeit nutzten, sich im Schwerter Jobcenter registrieren zu lassen, kamen aus den unterschiedlichsten Berufsgruppen. „Wir hatten einen Schneider, einen Taxifahrer und einen Ökonomen“, berichtet Anna Maurer. Der Schneider wird vermutlich ein Angebot zur Umschulung bekommen, denn auf dem Arbeitsmarkt ist er kaum vermittelbar. Anders sieht es mit einem Flüchtling aus, der angab, als Imker gearbeitet zu haben. „Dafür gibt es überraschend viele Jobangebote“, berichtet die Beraterin.

Der Schwerter Sozialdezernent Hans-Georg Winkler, der die Aktion des Jobcenters besuchte, brachte gute Nachrichten mit. Am Vorabend war die Entscheidung gefallen, dass es die Integration-Point-Angebote in Schwerte ab sofort auch wöchentlich geben wird.

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